| 11.6.1945 | Zulassung | KPD | Einen Tag nach dem Befehl Nr. 2 der sowjetischen Militäradministration, der Parteien in der Zone wieder erlaubt, tritt die KPD mit ihrem Aufruf an die Öffentlichkeit – als erste Partei, fünfzehn Tage vor der CDU, vier Wochen vor der LDP. BerlinSMAD, Befehl Nr. 2 vom 10.6.1945; Aufruf des Zentralkomitees der KPD vom 11.6.1945 |
| 26.6.1945 | Gründung | CDU (Ost) | Gründungsaufruf der Christlich-Demokratischen Union in Berlin – der Ausgangspunkt für beide deutschen CDU-Parteien. BerlinBundesarchiv, DY 60; Gründungsaufruf der CDU vom 26.6.1945 |
| 5.7.1945 | Gründung | LDPD | Gründung der Liberal-Demokratischen Partei in der sowjetischen Besatzungszone; die Lizenz der Militäradministration folgt fünf Tage später. BerlinBundesarchiv, DY 61; Gründungsaufruf vom 5.7.1945, Lizenz der SMAD vom 10.7.1945 |
| 20.6.1945 | Gründung | DP | Gründung der Niedersächsischen Landespartei, aus der zwei Jahre später die Deutsche Partei wird. HannoverBundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Partei |
| 5.10.1945 | Wiedergründung | SPD | Auf der Wennigsener Konferenz übernimmt Kurt Schumacher die Führung der SPD in den Westzonen. Die Berliner Zentrale unter Otto Grotewohl erkennt das nicht an – der Bruch zwischen West- und Ost-SPD beginnt hier, ein halbes Jahr vor der Vereinigung mit der KPD. WennigsenFriedrich-Ebert-Stiftung, Wennigser Konferenz vom 5. bis 7.10.1945 |
| 13.10.1945 | Gründung | CSU | Zusammenschluss christlich-sozialer Gruppen in Bayern. Ein Gründungsdatum gibt es nicht, sondern mehrere: München am 12. September und am 11. Oktober, Coburg am 12., Würzburg am 13. Oktober 1945 – diesen Tag führt die Partei selbst. Die gesamtbayerische Gründungsversammlung trat erst am 8. Januar 1946 zusammen, am selben Tag ließ die US-Militärregierung die Partei zu. BayernHistorisches Lexikon Bayerns, Christlich-Soziale Union; vorläufiger Landesausschuss am 17.12.1945, gesamtbayerische Gründungsversammlung und Zulassung am 8.1.1946 |
| 14.10.1945 | Wiedergründung | Zentrum | Wiedergründung der Deutschen Zentrumspartei in Soest, zwölf Jahre nach ihrer Selbstauflösung – anknüpfend an das Soester Programm von 1870. SoestBundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Zentrumspartei |
| 8.12.1945 | Gründung | WAV | Die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung um Alfred Loritz erhält ihre Lizenz für München; die bayernweite folgt am 25.3.1946. Ein Gründungstag davor ist nicht überliefert, die Spur beginnt deshalb mit der Lizenz. MünchenLizenz der amerikanischen Militärregierung vom 8.12.1945; Landeslizenz vom 25.3.1946 |
| 22.3.1946 | Gründung | DRP | Deutsche Konservative Partei und Deutsche Rechtspartei schließen sich zur DKP-DRP zusammen – daraus wird 1950 die Deutsche Reichspartei und 1964 der Kern der NPD. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Zusammenschluss vom 22.3.1946 |
| 21.4.1946 | Fusion | KPDSPDSED | Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED. Formal eine Fusion gleichrangiger Partner, tatsächlich unter erheblichem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht – in Berlin, wo die SPD-Mitglieder abstimmen durften, lehnten 82 Prozent ab. Für KPD und SPD endet dieser Strang damit nur in der sowjetischen Zone; im Westen bestehen beide weiter. BerlinBundesarchiv, DY 30; Urabstimmung der Berliner SPD vom 31.3.1946 |
| 9.5.1946 | Vorgang | SPD | Erster Nachkriegsparteitag der West-SPD, vom 9. bis 11. Mai in Hannover; Kurt Schumacher wird mit 244 von 245 Stimmen Vorsitzender. Die Partei versteht sich als Fortsetzung der 1933 verbotenen, nicht als Neugründung. HannoverFriedrich-Ebert-Stiftung, Parteitag der SPD in Hannover vom 9. bis 11.5.1946 |
| 28.10.1946 | Gründung | BP | Gründung der Bayernpartei durch Ludwig Lallinger und Jakob Fischbacher; die Zulassung auf Landesebene folgt erst am 29.3.1948. MünchenBundeszentrale für politische Bildung; Historisches Lexikon Bayerns, Bayernpartei |
| 4.6.1947 | Umbenennung | DP | Aus der Niedersächsischen Landespartei wird die Deutsche Partei – aus einer Regionalpartei wird dem Namen nach eine bundesweite. Bundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Partei |
| 20.12.1947 | Vorgang | CDU (Ost) | Die sowjetische Militäradministration setzt die Vorsitzenden Jakob Kaiser und Ernst Lemmer ab, weil sie sich der Volkskongressbewegung verweigern. Der Vorgang markiert früh die Grenze des Systems: Eine Blockpartei durfte alles, nur nicht widersprechen. BerlinBundesarchiv, DY 60; Absetzung des Parteivorstands am 20.12.1947 |
| 29.4.1948 | Gründung | DBD | Gründung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands – wie die NDPD eine Gründung von oben, mit zugewiesener Zielgruppe. Bundesarchiv, DY 63; Gründung am 29.4.1948 |
| 16.6.1948 | Zulassung | NDPD | Zulassung der NDPD durch die sowjetische Militäradministration, mit dem Auftrag, ehemalige NSDAP-Mitglieder und Wehrmachtsoffiziere einzubinden. Gegründet hatte sie sich drei Wochen zuvor, am 25. Mai. Bundesarchiv, DY 62; Gründung am 25.5.1948, Lizenz der SMAD vom 16.6.1948 |
| 30.6.1948 | Gründung | SSW | Gründung des Südschleswigschen Wählerverbandes als Partei der dänischen und friesischen Minderheit. FlensburgBundeszentrale für politische Bildung |
| 12.12.1948 | Gründung | FDP | Dreizehn liberale Landesverbände aus West- und Ostzonen schließen sich zur FDP zusammen, erster Vorsitzender Theodor Heuss. HeppenheimBundeszentrale für politische Bildung |
| 2.10.1949 | Gründung | SRP | Gründung der Sozialistischen Reichspartei, überwiegend aus dem Umfeld der Deutschen Rechtspartei. BVerfGE 2, 1 |
| 14.8.1949 | Vorgang | CDUCSUSPDFDPKPDBPDPWAVZentrumDRPSSW | Erste Bundestagswahl. Elf Parteien ziehen ein – möglich, weil die Fünf-Prozent-Hürde 1949 je Land galt und ein Direktmandat als Alternative genügte. Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1949 |
| 8.1.1950 | Gründung | GB/BHE | Gründung des Blocks der Heimatvertriebenen und Entrechteten durch Waldemar Kraft in Schleswig-Holstein, fünf Jahre nach dem Ende der Vertreibungen. KielDeutscher Bundestag, Datenhandbuch; Gründung am 8.1.1950 |
| 15.10.1950 | Vorgang | SEDCDU (Ost)LDPDNDPDDBDMassenorg. | Erste Volkskammerwahl nach der Einheitsliste der Nationalen Front. Die Sitzverteilung steht vor der Wahl fest; von 1963 bis 1986 ändert sie sich nicht mehr um einen einzigen Sitz. wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahlen |
| 21.10.1950 | Gründung | CDU | Die Landesverbände schließen sich auf dem Parteitag vom 20. bis 22. Oktober zur Bundespartei CDU zusammen, Adenauer wird erster Vorsitzender – ein Jahr nachdem er Bundeskanzler geworden war. GoslarBundeszentrale für politische Bildung; erster Bundesparteitag der CDU, Goslar, 20. bis 22.10.1950 |
| 21.1.1950 | Umbenennung | DRP | Der niedersächsische Landesverband der DKP-DRP und die hessische NDP schließen sich zur Deutschen Reichspartei zusammen. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Zusammenschluss vom 21.1.1950 |
| 22.11.1951 | Vorgang | SRPKPD | Die Bundesregierung stellt binnen drei Tagen Verbotsanträge gegen SRP und KPD – gegen die SRP am 19., gegen die KPD am 22. November. Über den einen entscheidet Karlsruhe in elf Monaten, über den anderen in fünf Jahren. BVerfGE 2, 1 und BVerfGE 5, 85; Anträge der Bundesregierung vom 19. und 22.11.1951 |
| 23.10.1952 | Verbot | SRP | Das Bundesverfassungsgericht verbietet die SRP als Nachfolgeorganisation der NSDAP – das erste Parteiverbot der Bundesrepublik. BVerfGE 2, 1 |
| 25.6.1953 | Vorgang | BPZentrumWAV | Die Fünf-Prozent-Hürde gilt ab dieser Wahl bundesweit statt je Land, ein Direktmandat bleibt als Alternative. Für die BP ist das das Ende der Bundestagspräsenz, die WAV tritt gar nicht erst an; das Zentrum hält sich noch eine Wahlperiode, aber nur über ein einziges Direktmandat. Bundeswahlgesetz 1953; Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1953 |
| 11.8.1953 | Auflösung | WAV | Die WAV benennt sich in Deutsche Aufbau-Vereinigung um und tritt zur Bundestagswahl vier Wochen später nicht mehr an – nach dem SRP-Verbot war ihr Versuch gescheitert, deren Erbe anzutreten. Ein förmliches Auflösungsdatum gibt es nicht; Loritz versuchte im Oktober 1955 bei der Bremer Bürgerschaftswahl ein letztes Mal die Rückkehr. Historisches Lexikon Bayerns, Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung; Umbenennung in DAV am 11.8.1953, keine Teilnahme an der Bundestagswahl 1953 |
| 23.4.1956 | Abspaltung | FDPFVP | Sechzehn Abgeordnete hatten am 22. Februar die FDP-Fraktion verlassen, um die Koalition mit Adenauer zu halten; zwei Monate später gründen sie als Euler-Gruppe die Freie Volkspartei. Vier von ihnen bleiben Minister. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Fraktionsaustritt am 22.2.1956, Gründung am 23.4.1956 |
| 17.8.1956 | Verbot | KPD | Das Bundesverfassungsgericht verbietet die KPD – das zweite und bis heute letzte Parteiverbot. Das Urteil gilt fort; die 1968 gegründete DKP ist eine Neugründung, keine Aufhebung. BVerfGE 5, 85 |
| 20.1.1957 | Beitritt | FVPDP | Die FVP geht auf dem Vereinigungsparteitag in der Deutschen Partei auf – nach neun Monaten Existenz, ohne je zu einer Wahl angetreten zu sein. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Vereinigungsparteitag vom 20.1.1957 |
| 15.9.1957 | Vorgang | DPGB/BHE | Ab dieser Wahl braucht es drei Direktmandate statt einem, um die Fünf-Prozent-Hürde zu umgehen (Grundmandatsklausel). Der GB/BHE scheitert, die DP kommt nur über von der CDU freigehaltene Wahlkreise hinein. Bundeswahlgesetz 1956 |
| 1.7.1960 | Vorgang | DPCDU | Neun von fünfzehn Abgeordneten der DP wechseln geschlossen zur CDU, unter ihnen die beiden Minister Seebohm und von Merkatz. Die Fraktion ist damit weg, die Partei noch nicht. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Fraktionsaustritt vom 1.7.1960 |
| 15.4.1961 | Fusion | DPGB/BHEGDP | DP und GB/BHE fusionieren zur Gesamtdeutschen Partei. Sie erreicht bei der Wahl im selben Jahr 2,8 Prozent – zwei kleine Parteien ergeben zusammen keine mittlere. Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1961; Fusion vom 15.4.1961 |
| 28.11.1964 | Gründung | NPD / Die Heimat | Gründung der NPD, überwiegend aus dem Personal der Deutschen Reichspartei. HannoverBundeszentrale für politische Bildung |
| 4.12.1965 | Beitritt | DRPNPD / Die Heimat | Die Deutsche Reichspartei löst sich in Göttingen auf. Zwei Drittel ihrer Mitglieder waren da schon in der ein Jahr zuvor gegründeten NPD; Apparat und Personal gehen dort auf. Bundeszentrale für politische Bildung; Auflösungstagung in Göttingen am 4.12.1965 |
| 1977 | Auflösung | GDP | Die Reste der Partei – seit 1966 als Gesamtdeutsche Partei Deutschlands, weil die Abkürzung GDP mit der Polizeigewerkschaft kollidierte – verlieren ihren Parteienstatus; die förmliche Auflösung folgt 1981. Bremen und einige niedersächsische Kreisverbände hatten die Fusion schon 1962 nicht mitgemacht und die DP weitergeführt. Bundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien; Verlust des Parteienstatus 1977, Auflösung 1981 |
| 6.4.1968 | Vorgang | SED | Die neue Verfassung der DDR schreibt den Führungsanspruch der SED in Artikel 1 fest. Was vorher Praxis war, ist jetzt Verfassungsrecht. Verfassung der DDR von 1968, Art. 1 |
| 26.9.1968 | Gründung | DKP | Gründung der DKP – ausdrücklich als neue Partei, gegen die kein Verbotsurteil vorliegt, nicht als Wiederzulassung der KPD. Frankfurt am MainBundeszentrale für politische Bildung |
| 13.1.1980 | Gründung | Grüne | Gründung der Partei Die Grünen aus Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung, Bürgerinitiativen und Resten der K-Gruppen. KarlsruheBundeszentrale für politische Bildung |
| 6.3.1983 | Vorgang | Grüne | Die Grünen ziehen mit 5,6 Prozent in den Bundestag ein – die erste neue Partei seit 1953, der das gelingt. Das Dreiparteiensystem der Bundesrepublik endet nach 22 Jahren. Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1983 |
| 24.1.1986 | Gründung | IFM | Gründung der Initiative Frieden und Menschenrechte – die erste Oppositionsgruppe der DDR ohne kirchliches Dach und damit ohne dessen begrenzten Schutz. BerlinBundeszentrale für politische Bildung; offizielle Gründung am 24.1.1986 |
| 4.9.1989 | Gründung | Vereinigte Linke | Der Aufruf zur Vereinigten Linken, die Böhlener Plattform, geht in Umlauf; als Organisation konstituiert sie sich am 2. Oktober. Sie will einen dritten Weg, keine Vereinigung – und bleibt damit auch in der Opposition eine Minderheit. Bundeszentrale für politische Bildung; Böhlener Plattform vom 4.9.1989, Konstituierung am 2.10.1989 |
| 10.9.1989 | Gründung | Neues Forum | Gründungsaufruf des Neuen Forums. Bis Jahresende unterschreiben ihn über 200 000 Menschen – die größte Oppositionsbewegung der DDR-Geschichte. GrünheideBundeszentrale für politische Bildung; Gründungsaufruf „Aufbruch 89" vom 10.9.1989 |
| 12.9.1989 | Gründung | Demokratie Jetzt | Gründung von Demokratie Jetzt aus kirchlichen Friedenskreisen. Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsaufruf „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache" vom 12.9.1989 |
| 7.10.1989 | Gründung | SDP | Gründung der SDP in einem Pfarrhaus, am 40. Jahrestag der DDR und während in Berlin die Parade läuft. Eine sozialdemokratische Partei zu gründen hieß, die Vereinigung von 1946 für nichtig zu erklären. SchwanteBundeszentrale für politische Bildung; Gründung in Schwante am 7.10.1989 |
| 29.10.1989 | Gründung | DA | Gründung des Demokratischen Aufbruchs; die Parteigründung im engeren Sinn folgt auf dem Parteitag am 16./17. Dezember 1989 in Leipzig. Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsversammlung am 29.10.1989 |
| 1.12.1989 | Vorgang | SED | Die Volkskammer streicht den Führungsanspruch der SED aus Artikel 1 der Verfassung – nach 21 Jahren und unter dem Druck der Demonstrationen. Volkskammer der DDR, Beschluss vom 1.12.1989 |
| 3.12.1989 | Gründung | UFV | Rund 1200 Frauen beschließen in der Volksbühne das Manifest für eine autonome Frauenbewegung; als Verband konstituiert sich der UFV am 17. Februar 1990, um zur Wahl antreten zu können. BerlinBundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress vom 3.12.1989 |
| 17.12.1989 | Umbenennung | SEDDie Linke | Der Sonderparteitag benennt die SED in SED-PDS um. Eine Auflösung war beantragt und wurde abgelehnt – die Partei bleibt dieselbe juristische Person, mit allem, was daran hängt. BerlinBundesarchiv, DY 30; Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Parteivermögens |
| 20.1.1990 | Gründung | DSU | Gründung der Deutschen Sozialen Union aus zwölf christlichen, liberalen und konservativen Gruppen, unterstützt von der CSU. LeipzigBundeszentrale für politische Bildung; Gründung in Leipzig am 20.1.1990 |
| 4.2.1990 | Umbenennung | Die Linke | Aus SED-PDS wird PDS. Der letzte Namensbestandteil, der auf die Staatspartei verwies, fällt weg. Bundesarchiv, DY 30 |
| 7.2.1990 | Gründung | Bündnis 90 | Neues Forum, Demokratie Jetzt und die Initiative Frieden und Menschenrechte treten als Wahlbündnis Bündnis 90 zur Volkskammerwahl an. Beschluss von Neuem Forum, IFM und Demokratie Jetzt vom 7.2.1990 über die Listenvereinigung |
| 9.2.1990 | Gründung | Grüne Partei | Gründungsparteitag der Grünen Partei in der DDR aus den Umweltgruppen, die jahrelang unter kirchlichem Dach gearbeitet hatten; konstituiert hatte sie sich schon am 24. November 1989 in Berlin. Bundeszentrale für politische Bildung; Konstituierung am 24.11.1989, Gründungsparteitag in Halle vom 9. bis 11.2.1990 |
| 12.2.1990 | Gründung | BFD | LDP, die neu gegründete FDP der DDR und die Deutsche Forumpartei bilden das Wahlbündnis Bund Freier Demokraten. Wahlkoalition vom 12.2.1990; als Partei ab 27.3.1990 |
| 18.3.1990 | Vorgang | CDU (Ost)SDPDie LinkeBFDDSUDABündnis 90 | Volkskammerwahl – die einzige freie Wahl in der Geschichte der DDR. Allianz für Deutschland (CDU, DSU, DA) 48,0 %, SPD 21,9 %, PDS 16,4 %, Bund Freier Demokraten 5,3 %, Bündnis 90 2,9 %. Die Bürgerbewegungen, die den Umbruch getragen hatten, kamen zusammen auf unter fünf Prozent. wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl vom 18.3.1990 |
| 4.8.1990 | Beitritt | DACDU | Der Demokratische Aufbruch geht in der CDU auf. Bundeszentrale für politische Bildung; Vereinigung mit der Ost-CDU am 4.8.1990 |
| 11.8.1990 | Beitritt | LDPDNDPDBFDFDP | Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei. HannoverVereinigungsparteitag in Hannover am 11.8.1990 |
| 15.9.1990 | Beitritt | DBDCDU | Die Zentrale Delegiertenversammlung stellt fest, dass alle Landesverbände sich mit der CDU vereinigt haben, und beendet die Tätigkeit des Parteivorstands. Beschlossen hatte den Beitritt der Vorstand schon im Juni. BorkheideErklärung der Zentralen Delegiertenversammlung der DBD, Borkheide, 15.9.1990; Fusionsbeschluss des Parteivorstands vom 25.6.1990 |
| 27.9.1990 | Fusion | SDPSPD | Vereinigungsparteitag von Ost- und West-SPD. Formal eine Vereinigung, praktisch der Beitritt einer Partei mit 30 000 Mitgliedern zu einer mit 900 000. BerlinVereinigungsparteitag in Berlin vom 26. und 27.9.1990 |
| 1.10.1990 | Fusion | CDU (Ost)CDU | Vereinigungsparteitag von Ost- und West-CDU, einen Tag vor der deutschen Einheit. Die West-CDU erhält damit eine fertige Organisation im Osten – und eine Erblast an Personal und Vermögen. HamburgKonrad-Adenauer-Stiftung, ACDP: 38. Bundesparteitag der CDU und erster Parteitag der CDU Deutschlands, Hamburg, 1. und 2.10.1990 |
| 2.12.1990 | Vorgang | Die LinkeBündnis 90Grüne | Bundestagswahl mit einmalig getrennten Wahlgebieten Ost und West, angeordnet vom Bundesverfassungsgericht. Nur deshalb kommen PDS und Bündnis 90/Grüne in den Bundestag – die West-Grünen scheitern mit 4,8 Prozent. BVerfGE 82, 322; Bundeswahlleiterin |
| 3.12.1990 | Fusion | Grüne ParteiGrüne | Die Grüne Partei der DDR vereinigt sich mit den Grünen – einen Tag nachdem diese im Westen aus dem Bundestag geflogen waren. Vereinigung am 3.12.1990, ohne den sächsischen Landesverband |
| 1992 | Auflösung | Vereinigte Linke | Die Vereinigte Linke hört als politische Kraft auf zu wirken; förmlich aufgelöst hat sie sich erst am 19. Oktober 2013. Bundeszentrale für politische Bildung; faktisches Ende 1992, förmliche Auflösung am 19.10.2013 |
| 21.9.1991 | Fusion | Neues ForumDemokratie JetztIFMBündnis 90 | Aus dem Wahlbündnis wird die Partei Bündnis 90. Ein Teil des Neuen Forums macht diesen Schritt nicht mit und besteht bis heute als Verein weiter. PotsdamGründung der Partei Bündnis 90 in Potsdam am 21.9.1991 |
| 14.5.1993 | Fusion | Bündnis 90Grüne | Bündnis 90 und Die Grünen fusionieren. Der Name in dieser Reihenfolge war ein Zugeständnis an die deutlich kleinere Seite und Teil des Fusionsvertrags. LeipzigVereinigungsparteitag in Leipzig am 14.5.1993 |
| 1998 | Auflösung | UFV | Der Unabhängige Frauenverband löst sich im Sommer auf. Schon 1991 hatte er sich als Verein eingetragen und damit aufgehört, zu Wahlen antreten zu können. Bundeszentrale für politische Bildung; Eintragung als Verein im September 1991, Auflösung im Sommer 1998 |
| 22.1.2005 | Gründung | WASG | Gründung der WASG aus Gewerkschaftern und SPD-Linken – die Antwort auf die Agenda 2010. Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress in Göttingen am 22.1.2005 |
| 17.7.2005 | Umbenennung | Die Linke | Die PDS nennt sich Linkspartei.PDS und öffnet ihre Listen für Kandidaten der WASG – die Vorstufe zur Fusion. Bundeszentrale für politische Bildung |
| 16.6.2007 | Fusion | WASGDie Linke | Linkspartei.PDS und WASG verschmelzen zur Partei Die Linke – die einzige gleichrangige Fusion einer ost- und einer westdeutschen Partei. BerlinBundeszentrale für politische Bildung |
| 6.2.2013 | Gründung | AfD | Gründung der Alternative für Deutschland als eurokritische Partei von Ökonomen und Publizisten. OberurselBundeszentrale für politische Bildung |
| 22.9.2013 | Vorgang | FDP | Die FDP verfehlt mit 4,8 Prozent erstmals den Bundestag – nach 64 Jahren ununterbrochener Vertretung. Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 2013 |
| 19.7.2015 | Abspaltung | AfDALFA/LKR | Nach seiner Abwahl als Vorsitzender in Essen verlässt Bernd Lucke die AfD mit einem Teil der Gründungsriege und gründet ALFA. Danach verschiebt sich der Schwerpunkt der AfD deutlich nach rechts. Bundeszentrale für politische Bildung |
| 17.1.2017 | Vorgang | NPD / Die Heimat | Das Bundesverfassungsgericht weist den zweiten NPD-Verbotsantrag ab: verfassungsfeindlich ja, aber zu bedeutungslos, um die Grundordnung zu gefährden. Aus dieser Begründung folgt der neue Artikel 21 Absatz 3 GG. BVerfGE 144, 20 |
| 3.6.2023 | Umbenennung | NPD / Die Heimat | Die NPD nennt sich Die Heimat. Bundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien |
| 4.12.2023 | Vorgang | Die Linke | Zehn Abgeordnete um Sahra Wagenknecht treten aus der Linken aus. Deren Fraktion verliert dadurch den Fraktionsstatus – der bisher einzige Fall, in dem eine Abspaltung eine Bundestagsfraktion beendet hat. Eine Partei gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nur einen Verein. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch |
| 8.1.2024 | Abspaltung | Die LinkeBSW | Die im Dezember ausgetretenen Abgeordneten gründen das Bündnis Sahra Wagenknecht als Partei, drei Monate nach dem gleichnamigen Verein. BerlinBundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien |
| 23.1.2024 | Finanzierungsausschluss | NPD / Die Heimat | Erste Anwendung von Artikel 21 Absatz 3 GG: Die Heimat wird für sechs Jahre von der staatlichen Parteienfinanzierung ausgeschlossen – das mildere Mittel unterhalb des Verbots. BVerfG, Urteil vom 23.1.2024, 2 BvB 1/19 |
| 30.7.2024 | Vorgang | CSUDie Linke | Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Kombination aus Zweitstimmendeckung und gestrichener Grundmandatsklausel für unvereinbar mit dem Grundgesetz und setzt die Grundmandatsklausel bis zu einer Neuregelung wieder in Kraft. BVerfG, Urteil vom 30.7.2024, 2 BvF 1/23 |
| 23.2.2025 | Vorgang | FDPBSWAfDDie Linke | Bundestagswahl: Die AfD wird mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft, Die Linke kehrt mit 8,8 Prozent als Fraktion zurück, die FDP scheitert mit 4,3 Prozent, das BSW mit 4,97 Prozent. Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 2025 |
| 2.5.2025 | Vorgang | AfD | Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD als gesichert rechtsextremistisch ein. Bundesamt für Verfassungsschutz, Mitteilung vom 2.5.2025 |
| 4.12.2025 | Vorgang | BSW | Der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages lehnt den Wahleinspruch des BSW gegen das Ergebnis der Bundestagswahl ab. Deutscher Bundestag, Wahlprüfungsausschuss, Beschluss vom 4.12.2025 |
| 26.2.2026 | Vorgang | AfD | Das Verwaltungsgericht Köln untersagt die Einstufung als gesichert rechtsextremistisch im Eilverfahren vorläufig bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens. Das Gericht sieht verfassungsfeindliche Bestrebungen in der Partei, aber nicht in einem Ausmaß, das das Gesamtbild prägt. Stand: September 2026. VG Köln, Beschluss vom 26.2.2026, 13 L 1109/25; Hauptsacheverfahren offen |
| 1.10.2026 | Umbenennung | BSW | Das Bündnis Sahra Wagenknecht nennt sich Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft; das Kürzel BSW bleibt. Beschlossen hatte das der Bundesparteitag in Magdeburg im Dezember 2025. Bundesparteitag Magdeburg, Dezember 2025; wirksam zum 1.10.2026 |