Parteien 1945–2026 · Stammbaum

Parteienim Stammbaum

Woher jede deutsche Partei seit 1945 kommt, aus welcher sie hervorging und was aus ihr wurde: Gründungen, Fusionen, Abspaltungen, Umbenennungen, die zwei Verbote des Bundesverfassungsgerichts – und das Ende der fünf DDR-Blockparteien im Jahr 1990.

28 Parteien mit eigenem Steckbrief
84 belegte Vorgänge seit 1945
2 Parteiverbote in 77 Jahren
12 Monate, in denen das DDR-Parteiensystem entstand und endete

Stammbaum

Senkrecht läuft die Zeit ab 1945, waagerecht stehen die Parteien: links die Bundesrepublik, rechts die DDR. Jedes Band beginnt mit einer Gründung und endet mit einer Fusion, einem Beitritt, einem Verbot oder einer Auflösung. Die Spalten stehen nach Verwandtschaft, nicht nach politischer Richtung.

Vorgeschichte · nicht maßstäblich186318701918DDP/DVP 1918Zonengrenze, ab 1949 StaatsgrenzeNationale Front · gemeinsame ListeVereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED. Formal eine Fusion gleichrangiger Partner, tatsächlich unter erheblichem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht – in Berlin, wo die SPD-Mitglieder abstimmen durften, lehnten 82 Prozent ab. Für KPD und SPD endet dieser Strang damit nur in der sowjetischen Zone; im Westen bestehen beide weiter.Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED. Formal eine Fusion gleichrangiger Partner, tatsächlich unter erheblichem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht – in Berlin, wo die SPD-Mitglieder abstimmen durften, lehnten 82 Prozent ab. Für KPD und SPD endet dieser Strang damit nur in der sowjetischen Zone; im Westen bestehen beide weiter.Sechzehn Abgeordnete hatten am 22. Februar die FDP-Fraktion verlassen, um die Koalition mit Adenauer zu halten; zwei Monate später gründen sie als Euler-Gruppe die Freie Volkspartei. Vier von ihnen bleiben Minister.Die FVP geht auf dem Vereinigungsparteitag in der Deutschen Partei auf – nach neun Monaten Existenz, ohne je zu einer Wahl angetreten zu sein.DP und GB/BHE fusionieren zur Gesamtdeutschen Partei. Sie erreicht bei der Wahl im selben Jahr 2,8 Prozent – zwei kleine Parteien ergeben zusammen keine mittlere.DP und GB/BHE fusionieren zur Gesamtdeutschen Partei. Sie erreicht bei der Wahl im selben Jahr 2,8 Prozent – zwei kleine Parteien ergeben zusammen keine mittlere.Die Deutsche Reichspartei löst sich in Göttingen auf. Zwei Drittel ihrer Mitglieder waren da schon in der ein Jahr zuvor gegründeten NPD; Apparat und Personal gehen dort auf.Der Sonderparteitag benennt die SED in SED-PDS um. Eine Auflösung war beantragt und wurde abgelehnt – die Partei bleibt dieselbe juristische Person, mit allem, was daran hängt.Der Demokratische Aufbruch geht in der CDU auf.Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.Die Zentrale Delegiertenversammlung stellt fest, dass alle Landesverbände sich mit der CDU vereinigt haben, und beendet die Tätigkeit des Parteivorstands. Beschlossen hatte den Beitritt der Vorstand schon im Juni.Vereinigungsparteitag von Ost- und West-SPD. Formal eine Vereinigung, praktisch der Beitritt einer Partei mit 30 000 Mitgliedern zu einer mit 900 000.Vereinigungsparteitag von Ost- und West-CDU, einen Tag vor der deutschen Einheit. Die West-CDU erhält damit eine fertige Organisation im Osten – und eine Erblast an Personal und Vermögen.Bündnis 90 und Die Grünen fusionieren. Der Name in dieser Reihenfolge war ein Zugeständnis an die deutlich kleinere Seite und Teil des Fusionsvertrags.Linkspartei.PDS und WASG verschmelzen zur Partei Die Linke – die einzige gleichrangige Fusion einer ost- und einer westdeutschen Partei.Nach seiner Abwahl als Vorsitzender in Essen verlässt Bernd Lucke die AfD mit einem Teil der Gründungsriege und gründet ALFA. Danach verschiebt sich der Schwerpunkt der AfD deutlich nach rechts.Die im Dezember ausgetretenen Abgeordneten gründen das Bündnis Sahra Wagenknecht als Partei, drei Monate nach dem gleichnamigen Verein.Bund Freier Demokraten → FDPGrüne Partei der DDR → Die GrünenNeues Forum, Demokratie Jetzt und IFM → Bündnis 90CDU · Gründungswelle ab Juni 1945 · Bundespartei 21.10.1950, Goslar · bestehtCDUCSU · regionale Gründungen ab September 1945 · gesamtbayerische Gründung und Lizenz 8.1.1946 · bestehtCSUSPD · Wurzeln 1863/1869 · Name seit 1890 · verboten 1933 · in den Westzonen wiedergegründet Mai 1946 · bestehtSPDFDP · gegründet 11./12.12.1948, Heppenheim · bestehtFDPGrüne · Die Grünen gegründet 12./13.1.1980, Karlsruhe · Fusion mit Bündnis 90 am 14.5.1993, Leipzig · bestehtGrüneDie Linke · SED-PDS 16./17.12.1989 · PDS 4.2.1990 · Linkspartei.PDS 17.7.2005 · Die Linke 16.6.2007 · bestehtDie LinkeAfD · gegründet 6.2.2013 · bestehtAfDKPD · gegründet 30.12.1918 · in der SBZ 1946 in der SED aufgegangen · im Westen verboten 17.8.1956KPDDP · als Niedersächsische Landespartei gegründet 20.6.1945, Hannover · umbenannt in Deutsche Partei 4.6.1947 · 1961 in der GDP aufgegangenDPGB/BHE · gegründet 8.1.1950, Schleswig-Holstein · ab November 1952 GB/BHE · Fusion zur GDP am 15.4.1961GB/BHEGDP · Fusion aus DP und GB/BHE am 15.4.1961 · ab 1966 Gesamtdeutsche Partei Deutschlands · 1977 ohne Parteienstatus, 1981 aufgelöstGDPBP · gegründet 28.10.1946, München · Landeslizenz 29.3.1948 · besteht als KleinstparteiBPZentrum · gegründet 1870 · Selbstauflösung 5.7.1933 · wiedergegründet 14.10.1945, Soest · besteht als KleinstparteiZentrumWAV · lizenziert 8.12.1945, München · ab 11.8.1953 Deutsche Aufbau-Vereinigung, ohne WahlteilnahmeWAVDRP · ab 22.3.1946 als DKP-DRP · ab 21.1.1950 Deutsche Reichspartei · aufgelöst 4.12.1965, Personal in der NPDDRPSRP · gegründet 2.10.1949 · verboten 23.10.1952SRPSSW · gegründet 30.6.1948 · bestehtSSWFVP · Fraktionsaustritt aus der FDP 22.2.1956 · Partei ab 23.4.1956 · 20.1.1957 in der DP aufgegangenFVPWASG · gegründet 22.1.2005 · Fusion mit der Linkspartei.PDS am 16.6.2007WASGBSW · Verein Oktober 2023 · Partei gegründet 8.1.2024 · seit 1.10.2026 Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft · bestehtBSWALFA/LKR · gegründet 19.7.2015 als ALFA, Kassel · Liberal-Konservative Reformer ab 11.3.2017 · Wir Bürger ab Juni 2023 · besteht als KleinstparteiALFA/LKRDKP · gegründet 26.9.1968 · besteht als KleinstparteiDKPNPD / Die Heimat · gegründet 28.11.1964 als NPD · seit 3.6.2023 Die Heimat · bestehtNPD / Die HeimatSED · 21./22.4.1946 aus KPD und SPD · umbenannt am 17.12.1989 in SED-PDSSEDCDU (Ost) · Gründungsaufruf 26.6.1945, Berlin · Vereinigung mit der CDU am 1./2.10.1990, HamburgCDU (Ost)LDPD · gegründet 5.7.1945, lizenziert 10.7.1945 · ab Oktober 1951 LDPD · 11.8.1990 in der FDP aufgegangenLDPDNDPD · gegründet 25.5.1948, zugelassen 16.6.1948 · 11.8.1990 in der FDP aufgegangenNDPDDBD · gegründet 29.4.1948 · 15.9.1990 in der CDU aufgegangenDBDMassenorg. · ab der Volkskammerwahl 1950 mit eigenen Sitzkontingenten · endet mit der freien Wahl 1990Massenorg.SDP · gegründet 7.10.1989, Schwante · ab 13.1.1990 SPD · Vereinigung mit der SPD am 26./27.9.1990SDPDA · gegründet 29.10.1989 · Partei ab 16./17.12.1989 · 4.8.1990 in der CDU aufgegangenDADSU · gegründet 20.1.1990, Leipzig · besteht als KleinstparteiDSUBündnis 90 · Wahlbündnis 7.2.1990 · Partei 21.9.1991, Potsdam · Fusion mit den Grünen am 14.5.1993, LeipzigBündnis 90Bürgerbewegungen · Sammelspur für Neues Forum, Demokratie Jetzt, IFM, UFV, Vereinigte Linke, Grüne Partei und den Bund Freier DemokratenBürgerbewegungenAus der Niedersächsischen Landespartei wird die Deutsche Partei – aus einer Regionalpartei wird dem Namen nach eine bundesweite.Der niedersächsische Landesverband der DKP-DRP und die hessische NDP schließen sich zur Deutschen Reichspartei zusammen.Das Bundesverfassungsgericht verbietet die SRP als Nachfolgeorganisation der NSDAP – das erste Parteiverbot der Bundesrepublik.Die WAV benennt sich in Deutsche Aufbau-Vereinigung um und tritt zur Bundestagswahl vier Wochen später nicht mehr an – nach dem SRP-Verbot war ihr Versuch gescheitert, deren Erbe anzutreten. Ein förmliches Auflösungsdatum gibt es nicht; Loritz versuchte im Oktober 1955 bei der Bremer Bürgerschaftswahl ein letztes Mal die Rückkehr.Das Bundesverfassungsgericht verbietet die KPD – das zweite und bis heute letzte Parteiverbot. Das Urteil gilt fort; die 1968 gegründete DKP ist eine Neugründung, keine Aufhebung.Die Reste der Partei – seit 1966 als Gesamtdeutsche Partei Deutschlands, weil die Abkürzung GDP mit der Polizeigewerkschaft kollidierte – verlieren ihren Parteienstatus; die förmliche Auflösung folgt 1981. Bremen und einige niedersächsische Kreisverbände hatten die Fusion schon 1962 nicht mitgemacht und die DP weitergeführt.Aus SED-PDS wird PDS. Der letzte Namensbestandteil, der auf die Staatspartei verwies, fällt weg.Die PDS nennt sich Linkspartei.PDS und öffnet ihre Listen für Kandidaten der WASG – die Vorstufe zur Fusion.Die NPD nennt sich Die Heimat.Erste Anwendung von Artikel 21 Absatz 3 GG: Die Heimat wird für sechs Jahre von der staatlichen Parteienfinanzierung ausgeschlossen – das mildere Mittel unterhalb des Verbots.Das Bündnis Sahra Wagenknecht nennt sich Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft; das Kürzel BSW bleibt. Beschlossen hatte das der Bundesparteitag in Magdeburg im Dezember 2025.1949 · Zwei Staaten3. Oktober 1990 · Deutsche EinheitJahr194519491950195519601965197019751980198519901995200020052010201520202025BundesrepublikWestzonen ab 1945, Bundesrepublik ab 1949DDRSowjetische Zone ab 1945, DDR 1949–1990
  • Fusion Zwei gleich breite Bänder laufen zusammen. Beide Seiten gehen unter oder verschmelzen formal – Grüne und Bündnis 90 1993, PDS und WASG 2007.

  • Beitritt Ein schmales Band mündet in ein breites, das unverändert weiterläuft. Partei A löst sich auf, ihre Mitglieder treten B bei – DBD zur CDU, NDPD zur FDP, beide 1990.

  • Umbenennung Das Band läuft in voller Breite weiter, nur unter anderem Namen. Dieselbe juristische Person – SED zu SED-PDS zu PDS.

  • Abspaltung Ein schmales Band zweigt seitlich ab und wird eigenständig – FVP von der FDP 1956, ALFA von der AfD 2015, BSW von der Linken 2024.

  • Verbot Ein Querbalken mit Kreuz beendet das Band. Zweimal in 77 Jahren: SRP 1952, KPD 1956.

  • Auflösung Ein gestrichelter Abschluss – die Partei hört auf zu bestehen, ohne dass jemand sie beendet hätte. Wo kein Datum überliefert ist, endet das Band am letzten belegten Vorgang.

Das Jahr 1989/90

In achtzehn Monaten entstehen zehn Parteien und Bewegungen, die fünf Blockparteien lösen sich, und fast alles endet in einer West-Partei – deshalb ein eigenes Bild mit eigener Achse, auf der ein Monat so hoch ist wie zwei Jahrzehnte oben. Von den zehn Neugründungen bestehen heute zwei, und eine davon nur, weil es die CSU außerhalb Bayerns nicht gibt.

Der Sonderparteitag benennt die SED in SED-PDS um. Eine Auflösung war beantragt und wurde abgelehnt – die Partei bleibt dieselbe juristische Person, mit allem, was daran hängt.Der Demokratische Aufbruch geht in der CDU auf.Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.Die Zentrale Delegiertenversammlung stellt fest, dass alle Landesverbände sich mit der CDU vereinigt haben, und beendet die Tätigkeit des Parteivorstands. Beschlossen hatte den Beitritt der Vorstand schon im Juni.Vereinigungsparteitag von Ost- und West-SPD. Formal eine Vereinigung, praktisch der Beitritt einer Partei mit 30 000 Mitgliedern zu einer mit 900 000.Vereinigungsparteitag von Ost- und West-CDU, einen Tag vor der deutschen Einheit. Die West-CDU erhält damit eine fertige Organisation im Osten – und eine Erblast an Personal und Vermögen.Die Grüne Partei der DDR vereinigt sich mit den Grünen – einen Tag nachdem diese im Westen aus dem Bundestag geflogen waren.Aus dem Wahlbündnis wird die Partei Bündnis 90. Ein Teil des Neuen Forums macht diesen Schritt nicht mit und besteht bis heute als Verein weiter.Aus dem Wahlbündnis wird die Partei Bündnis 90. Ein Teil des Neuen Forums macht diesen Schritt nicht mit und besteht bis heute als Verein weiter.Aus dem Wahlbündnis wird die Partei Bündnis 90. Ein Teil des Neuen Forums macht diesen Schritt nicht mit und besteht bis heute als Verein weiter.CDU · Gründungswelle ab Juni 1945 · Bundespartei 21.10.1950, Goslar · bestehtCDUSPD · Wurzeln 1863/1869 · Name seit 1890 · verboten 1933 · in den Westzonen wiedergegründet Mai 1946 · bestehtSPDFDP · gegründet 11./12.12.1948, Heppenheim · bestehtFDPGrüne · Die Grünen gegründet 12./13.1.1980, Karlsruhe · Fusion mit Bündnis 90 am 14.5.1993, Leipzig · bestehtGrüneDie Linke · SED-PDS 16./17.12.1989 · PDS 4.2.1990 · Linkspartei.PDS 17.7.2005 · Die Linke 16.6.2007 · bestehtDie LinkeSED · 21./22.4.1946 aus KPD und SPD · umbenannt am 17.12.1989 in SED-PDSSEDCDU (Ost) · Gründungsaufruf 26.6.1945, Berlin · Vereinigung mit der CDU am 1./2.10.1990, HamburgCDU (Ost)LDPD · gegründet 5.7.1945, lizenziert 10.7.1945 · ab Oktober 1951 LDPD · 11.8.1990 in der FDP aufgegangenLDPDNDPD · gegründet 25.5.1948, zugelassen 16.6.1948 · 11.8.1990 in der FDP aufgegangenNDPDDBD · gegründet 29.4.1948 · 15.9.1990 in der CDU aufgegangenDBDNeues Forum · gegründet 9./10.9.1989, Grünheide · Teil ging 1991 in Bündnis 90 auf · der Rest besteht als VereinNeues ForumDemokratie Jetzt · gegründet 12.9.1989 · 1991 in Bündnis 90 aufgegangenDemokratie JetztIFM · gegründet 24.1.1986 · 1991 in Bündnis 90 aufgegangenIFMUFV · gegründet 3.12.1989 · Listenverbindung mit der Grünen Partei 1990 · Verein ab 1991, aufgelöst im Sommer 1998UFVVereinigte Linke · Böhlener Plattform 4.9.1989 · konstituiert 2.10.1989 · faktisches Ende 1992, förmliche Auflösung 2013Vereinigte LinkeSDP · gegründet 7.10.1989, Schwante · ab 13.1.1990 SPD · Vereinigung mit der SPD am 26./27.9.1990SDPDA · gegründet 29.10.1989 · Partei ab 16./17.12.1989 · 4.8.1990 in der CDU aufgegangenDADSU · gegründet 20.1.1990, Leipzig · besteht als KleinstparteiDSUGrüne Partei · konstituiert 24.11.1989 · Gründungsparteitag 9.2.1990, Halle · Vereinigung mit den Grünen 3.12.1990Grüne ParteiBFD · Wahlkoalition 12.2.1990 · Partei ab 27.3.1990 · 11.8.1990 mit der FDP vereinigtBFDBündnis 90 · Wahlbündnis 7.2.1990 · Partei 21.9.1991, Potsdam · Fusion mit den Grünen am 14.5.1993, LeipzigBündnis 90Aus SED-PDS wird PDS. Der letzte Namensbestandteil, der auf die Staatspartei verwies, fällt weg.9. November 1989 · Mauerfall18. März 1990 · einzige freie Volkskammerwahl3. Oktober 1990 · Deutsche EinheitMonatAugSepOktNovDez1990FebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez1991FebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDezNeugründungenBürgerbewegungen und neue ParteienBlockparteiendie fünf Parteien der Nationalen Front

Warum kleine Parteien verschwinden

Von elf Parteien 1949 auf vier 1961, dann dreißig Jahre Stillstand – und seit 1983 wieder Bewegung. Das sieht nach einem Naturvorgang aus und war eine Folge von Entscheidungen: Unter den Balken stehen die drei Wahlrechtsänderungen und das Gerichtsurteil, die fast die ganze Kurve erklären.

048111. WP1949: 11 Parteien – Fünf-Prozent-Hürde je Land1119491. WPFünf-Prozent-Hürde je Land2. WP1953: 7 Parteien – Hürde ab jetzt bundesweit719532. WPHürde ab jetzt bundesweit3. WP1957: 5 Parteien – drei Direktmandate statt einem519573. WPdrei Direktmandate statt einem4. WP1961: 4 Parteien419614. WP5. WP1965: 4 Parteien419655. WP6. WP1969: 4 Parteien419696. WP7. WP1972: 4 Parteien419727. WP8. WP1976: 4 Parteien419768. WP9. WP1980: 4 Parteien419809. WP10. WP1983: 5 Parteien – Die Grünen ziehen ein5198310. WPDie Grünen ziehen ein11. WP1987: 5 Parteien5198711. WP12. WP1990: 6 Parteien – getrennte Wahlgebiete Ost und West6199012. WPgetrennte Wahlgebiete Ost und West13. WP1994: 6 Parteien6199413. WP14. WP1998: 6 Parteien6199814. WP15. WP2002: 6 Parteien – PDS nur mit zwei Direktmandaten6200215. WPPDS nur mit zwei Direktmandaten16. WP2005: 6 Parteien6200516. WP17. WP2009: 6 Parteien6200917. WP18. WP2013: 5 Parteien – FDP scheitert erstmals5201318. WPFDP scheitert erstmals19. WP2017: 7 Parteien – AfD zieht ein7201719. WPAfD zieht ein20. WP2021: 8 Parteien – SSW kehrt nach 68 Jahren zurück8202120. WPSSW kehrt nach 68 Jahren zurück21. WP2025: 7 Parteien – FDP und BSW scheitern7202521. WPFDP und BSW scheiternParteien mit Sitzen
  1. 1949

    Hürde je Land, ein Direktmandat genügt

    Fünf Prozent in einem Bundesland oder ein einziger gewonnener Wahlkreis reichten für den Einzug. Nur deshalb saßen Bayernpartei, Zentrum und WAV im ersten Bundestag.

    Wahlgesetz zum ersten Bundestag, 1949

  2. 1953

    Hürde bundesweit

    Die fünf Prozent müssen ab jetzt im ganzen Wahlgebiet erreicht werden. Aus elf Parteien werden sieben.

    Bundeswahlgesetz 1953

  3. 1957

    Drei Direktmandate statt einem

    Die Grundmandatsklausel wird verschärft. Für kleine Parteien ohne regionale Hochburg ist der Bundestag von jetzt an praktisch geschlossen – bis 1983 zieht keine neue Partei mehr ein.

    Bundeswahlgesetz 1956

  4. 1990

    Einmalig getrennte Wahlgebiete

    Das Bundesverfassungsgericht ordnet für die erste gesamtdeutsche Wahl getrennte Wahlgebiete Ost und West an, weil die ostdeutschen Parteien sonst keine Chance gehabt hätten. Nur deshalb kommen PDS und Bündnis 90/Grüne in den Bundestag.

    BVerfGE 82, 322

  5. 2023/2024

    Zweitstimmendeckung, und was das Gericht davon hielt

    Die Wahlrechtsreform strich die Grundmandatsklausel und führte die Zweitstimmendeckung ein. Das Bundesverfassungsgericht erklärte diese Kombination im Juli 2024 für unvereinbar mit dem Grundgesetz und setzte die Grundmandatsklausel bis zu einer Neuregelung wieder in Kraft.

    BVerfG, Urteil vom 30.7.2024, 2 BvF 1/23

  6. dauerhaft

    Das Minderheitenprivileg

    Parteien nationaler Minderheiten sind von der Sperrklausel befreit. Die einzige dauerhafte Ausnahme im deutschen Wahlrecht – und der Grund, warum der SSW mit 0,15 Prozent im Bundestag sitzt.

    § 6 Abs. 3 Bundeswahlgesetz

Zwei Fälle von Kontinuität

An zwei Stellen führt eine Linie von einer Partei der DDR zu einer Partei von heute. Beide gehören auf diese Seite, und beide mit demselben Gewicht – sonst wird aus einer Genealogie eine Parteinahme.

SED und Die Linke

Zwischen SED und PDS steht keine Neugründung, sondern eine Umbenennung. Die Partei ist rechtlich dieselbe Person geblieben; deshalb konnte über das SED-Vermögen überhaupt gestritten werden, und deshalb war die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Parteivermögens jahrelang mit ihr befasst.

Die Partei hat sich im Dezember 1989 vom Stalinismus losgesagt, ihre Führung ausgetauscht und einen großen Teil ihrer Mitglieder verloren.

Die heutige Linke ist zusätzlich das Produkt einer Fusion mit einer westdeutschen Neugründung von 2005. Alle drei Punkte gehören zusammen; „SED-Nachfolgepartei“ als Einzelbefund ohne die anderen beiden ist ebenso irreführend wie eine Darstellung, die 1989/90 als Neuanfang zeichnet.

Steckbrief Die Linke · Steckbrief SED

CDU und CDU (Ost)

Dieselbe Frage, andere Partei, deutlich seltener gestellt. Die CDU der Bundesrepublik hat 1990 eine Partei aufgenommen, die vierzig Jahre lang Teil eines Blocksystems war, deren Vorsitzende 1947 von der Besatzungsmacht abgesetzt worden waren und die noch 1989 die führende Rolle der SED anerkannte.

Der Vorgang war rechtlich etwas anderes als bei der Linken: eine Vereinigung zweier Parteien, nicht die Fortsetzung einer einzigen. Die West-CDU übernahm damit Personal und Vermögen, über die bis in die späten 1990er gestritten wurde.

Wenn diese Seite die SED-Kontinuität bei der Linken benennt – und das tut sie –, dann muss sie diese hier mit demselben Gewicht benennen.

Steckbrief CDU · Steckbrief CDU (Ost)

Rechtsrahmen

Artikel 21 GG
Parteien wirken bei der politischen Willensbildung mit; ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen; über die Verfassungswidrigkeit entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht. Der letzte Halbsatz ist das Parteienprivileg: Bis Karlsruhe entschieden hat, darf keine Behörde eine Partei wie eine verbotene behandeln.
Parteiengesetz 1967
Erst achtzehn Jahre nach dem Grundgesetz beschlossen, und erst nachdem das Bundesverfassungsgericht 1966 die damalige Parteienfinanzierung für verfassungswidrig erklärt hatte. Es regelt Rechenschaftspflicht, innere Ordnung und Finanzierung.
Zwei Verbote in 77 Jahren
SRP 1952, KPD 1956. Beide Verfahren betrafen Parteien mit wenigen tausend Mitgliedern. Die beiden NPD-Verfahren scheiterten 2003 an V-Leuten in der Parteiführung und 2017 daran, dass die Partei zwar als verfassungsfeindlich, aber als zu bedeutungslos für eine Gefährdung eingestuft wurde.
Artikel 21 Absatz 3 GG, seit 2017
Ausschluss von der staatlichen Finanzierung als milderes Mittel unterhalb des Verbots – die direkte Folge des NPD-Urteils. Erstmals angewandt 2024 gegen Die Heimat.
Parteienfinanzierung
Staatliche Teilfinanzierung nach Stimmen und eingeworbenen Beiträgen, gedeckelt durch eine absolute und eine relative Obergrenze. Die Grundlagen legte das Bundesverfassungsgericht 1966 und 1992 fest, jeweils gegen den Willen der Parteien.

Steckbriefe

Ein eigener Steckbrief für jede Partei, die im Bundestag oder in der Volkskammer saß, im Bund oder in der DDR mitregierte oder vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde. Wer nur für die Genealogie gebraucht wird, steht als Kurznotiz dabei. Jede Angabe nennt ihren Beleg.

Durchgehend oder über lange Zeit im Bundestag

Sieben Parteien, von denen drei seit 1949 ununterbrochen im Bundestag sitzen. Zwei von ihnen haben kein Gründungsdatum, sondern eine Gründungswelle; eine ist rechtlich dieselbe Person wie die Staatspartei der DDR. 7 Parteien

CDU besteht

Gründungswelle ab Juni 1945 · Bundespartei 21.10.1950, Goslar · besteht

Herkunft
aufgenommen: DA 4.8.1990·aufgenommen: DBD 15.9.1990·fusioniert mit CDU (Ost) 1.10.1990

Die CDU hat kein Gründungsdatum, sondern eine Gründungswelle: Ab Sommer 1945 entstanden unabhängig voneinander christlich-demokratische Gruppen in Berlin, Köln, Frankfurt und im Rheinland – Katholiken und Protestanten in einer Partei, was es vor 1933 nicht gegeben hatte.

Erst 1950 in Goslar schlossen sich die Landesverbände zur Bundespartei zusammen, mit Konrad Adenauer als erstem Vorsitzenden; da war er schon ein Jahr Bundeskanzler. Die Partei war also im Bund an der Regierung, bevor es sie im Bund überhaupt gab.

1990 kam die ostdeutsche CDU dazu, die 45 Jahre lang eine ganz andere Organisation gewesen war – dazu der eigene Eintrag und der Abschnitt „Zwei Fälle von Kontinuität".

  • alle Wahlperioden seit 1949 Fraktiondurchgehend in Fraktionsgemeinschaft mit der CSU

Bundeszentrale für politische Bildung, Parteiendatenbank; Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; erster Bundesparteitag in Goslar vom 20. bis 22.10.1950

Kanzler der CDU →Regierungsbeteiligung →

CSU besteht

regionale Gründungen ab September 1945 · gesamtbayerische Gründung und Lizenz 8.1.1946 · besteht

Die CSU tritt nur in Bayern an, die CDU nirgends dort – eine Absprache ohne Vertrag, die seit 1949 hält. Im Bundestag bilden beide seit der ersten Wahlperiode eine gemeinsame Fraktion, sind aber zwei getrennte Parteien mit getrennten Mitgliedern, Kassen und Parteitagen.

Der Kreuther Trennungsbeschluss vom 19. November 1976 kündigte die Fraktionsgemeinschaft auf. Nach drei Wochen und Helmut Kohls Ankündigung, die CDU dann eben auch in Bayern anzumelden, wurde er zurückgenommen. Es blieb der einzige Bruch.

  • alle Wahlperioden seit 1949 Fraktionin Fraktionsgemeinschaft mit der CDU

Historisches Lexikon Bayerns, Christlich-Soziale Union; Bundeszentrale für politische Bildung. Ein einzelnes Gründungsdatum gibt es nicht: München 12.9. und 11.10., Coburg 12.10., Würzburg 13.10.1945 – die Partei selbst führt den 13.10.1945; die gesamtbayerische Gründungsversammlung tagte am 8.1.1946, dem Tag der Zulassung durch die US-Militärregierung

CSU-geführte Ressorts →

SPD besteht

Wurzeln 1863/1869 · Name seit 1890 · verboten 1933 · in den Westzonen wiedergegründet Mai 1946 · besteht

Herkunft
fusioniert mit SDP 27.9.1990
Verbleib
fusioniert mit SED 21.4.1946

Die älteste noch bestehende Partei Deutschlands. Nach dem Verbot von 1933 lief die Wiedergründung 1945/46 in zwei Richtungen auseinander: In den Westzonen konstituierte sich die SPD im Mai 1946 in Hannover unter Kurt Schumacher neu.

In der sowjetischen Zone wurde sie im April 1946 mit der KPD zur SED vereinigt – unter erheblichem Druck der Besatzungsmacht – und existierte dort vierzig Jahre lang nicht mehr. Beide Stränge trafen erst 1990 wieder zusammen.

Die Ost-SPD, die 1990 dazukam, war eine Neugründung vom Oktober 1989, keine Fortsetzung der 1946 verschwundenen Landesverbände. Genau das war damals strittig und ist bis heute der Grund, warum die SPD in den neuen Ländern die kleinste Mitgliederbasis aller Regionen hat.

  • alle Wahlperioden seit 1949 Fraktion

Bundeszentrale für politische Bildung; Deutscher Bundestag, Datenhandbuch

Kanzler der SPD →

FDP besteht

gegründet 11./12.12.1948, Heppenheim · besteht

Herkunft
aufgenommen: LDPD 11.8.1990·aufgenommen: NDPD 11.8.1990·aufgenommen: BFD 11.8.1990
Verbleib
abgespalten: FVP 23.4.1956

Zusammenschluss von dreizehn liberalen Landesverbänden aus den West- und den Ostzonen, erster Vorsitzender Theodor Heuss. Damit ist die FDP die einzige der drei alten Bundestagsparteien mit einem klaren Gründungsdatum an einem klaren Ort.

Sie war 1956, 1982 und 2011 von Abspaltungen oder Massenaustritten betroffen und ist die einzige Partei, die aus dem Bundestag ausschied (2013) und wieder einzog (2017) – und 2025 erneut ausschied.

1990 nahm sie die liberalen Parteien der DDR auf, darunter mit der NDPD eine, die 1948 zur Einbindung ehemaliger NSDAP-Mitglieder gegründet worden war.

  • 1.–17. WP 1949–2013 Fraktion
  • 18. WP 2013–2017 nicht vertreten · 4,8 %erstmals nicht im Bundestag
  • 19.–20. WP 2017–2025 Fraktion
  • 21. WP seit 2025 nicht vertreten · 4,3 %

Bundeszentrale für politische Bildung; Bundeswahlleiterin, amtliche Endergebnisse

Regierungsbeteiligung →

Grüne besteht

Die Grünen gegründet 12./13.1.1980, Karlsruhe · Fusion mit Bündnis 90 am 14.5.1993, Leipzig · besteht

Herkunft
fusioniert mit Grüne Partei 3.12.1990·fusioniert mit Bündnis 90 14.5.1993

Entstanden aus Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung, aus Bürgerinitiativen gegen Atomkraft und aus Resten der K-Gruppen. 1983 erstmals im Bundestag.

1990 scheiterten die West-Grünen an der Fünf-Prozent-Hürde. Ins Parlament kam nur die ostdeutsche Liste Bündnis 90/Grüne, weil das Wahlgebiet 1990 einmalig geteilt war – die Partei verdankt ihre Kontinuität im Bundestag also einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts.

Die Fusion mit Bündnis 90 im Mai 1993 machte aus der westdeutschen Bewegungspartei eine gesamtdeutsche. Dass das Kürzel in dieser Reihenfolge steht, obwohl Bündnis 90 die kleinere Seite war, war Teil des Fusionsvertrags.

  • 10.–11. WP 1983–1990 Fraktion
  • 12. WP 1990–1994 Gruppe · 8 Sitzenur als Bündnis 90/Grüne im Wahlgebiet Ost
  • seit der 13. WP 1994 Fraktion

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsparteitag in Karlsruhe am 12./13.1.1980, Vereinigungsparteitag in Leipzig am 14.5.1993

Beschlüsse der Regierungen mit Grünen →

Die Linke besteht

SED-PDS 16./17.12.1989 · PDS 4.2.1990 · Linkspartei.PDS 17.7.2005 · Die Linke 16.6.2007 · besteht

Herkunft
hervorgegangen aus SED 17.12.1989·fusioniert mit WASG 16.6.2007
Verbleib
abgespalten: BSW 8.1.2024

Zwischen SED und PDS steht eine Umbenennung, keine Neugründung: Die Partei blieb dieselbe juristische Person. Deshalb konnte über das SED-Vermögen überhaupt gestritten werden, und deshalb war die Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Parteivermögens jahrelang mit ihr befasst.

Die Partei sagte sich im Dezember 1989 vom Stalinismus los, tauschte ihre Führung aus und verlor binnen zwei Jahren den größten Teil ihrer Mitglieder. Zwischen PDS und Die Linke steht dann eine echte Fusion – mit der westdeutschen WASG, einer Neugründung von 2005.

Sie zog 1990 nur über die geteilten Wahlgebiete ein, 1994 und 2002 über Direktmandate, 2002 ohne Fraktionsstärke. Im Dezember 2023 verlor sie den Fraktionsstatus, weil zehn Abgeordnete um Sahra Wagenknecht austraten; 2025 kehrte sie mit 8,8 Prozent als Fraktion zurück.

  • VK 1990 Fraktion · 66 Sitze · 16,4 %als PDS, erste freie Wahl
  • 12. WP 1990–1994 Gruppe · 17 Sitzeüber das geteilte Wahlgebiet Ost
  • 13. WP 1994–1998 Gruppe · 30 Sitzeüber vier Direktmandate
  • 14. WP 1998–2002 Fraktion · 36 Sitze
  • 15. WP 2002–2005 Mandate · 2 Sitzezwei Direktmandate, keine Gruppe
  • 16.–20. WP 2005–2023 Fraktion
  • 20. WP 2023–2025 GruppeFraktionsstatus nach den Austritten verloren
  • 21. WP seit 2025 Fraktion · 8,8 %

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Bundeswahlleiterin; Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR

Die DDR-Zeitleiste →

AfD besteht

gegründet 6.2.2013 · besteht

Verbleib
abgespalten: ALFA/LKR 19.7.2015

Gegründet als eurokritische Partei von Ökonomen und Publizisten, 2013 mit 4,7 Prozent knapp am Bundestag gescheitert. Die Zäsur kam im Juli 2015: Bernd Lucke wurde als Vorsitzender abgewählt, verließ die Partei mit einem Teil der Gründungsriege und gründete ALFA. Danach verschob sich der Schwerpunkt der Partei deutlich nach rechts.

2017 erstmals im Bundestag und dort bis 2021 stärkste Oppositionsfraktion, 2025 mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte die Partei im Mai 2025 als gesichert rechtsextremistisch ein. Das Verwaltungsgericht Köln untersagte diese Einstufung am 26. Februar 2026 im Eilverfahren vorläufig bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens: Es sah verfassungsfeindliche Bestrebungen in der Partei, aber nicht in einem Ausmaß, das das Gesamtbild prägt. Einen Verbotsantrag hat bis September 2026 keine der drei antragsberechtigten Stellen gestellt.

  • 18. WP 2013–2017 nicht vertreten · 4,7 %
  • 19. WP 2017–2021 Fraktion · 12,6 %stärkste Oppositionsfraktion
  • 20. WP 2021–2025 Fraktion · 10,3 %
  • 21. WP seit 2025 Fraktion · 20,8 %

Bundeswahlleiterin; VG Köln, Beschluss vom 26.2.2026, 13 L 1109/25 (Eilverfahren; Hauptsache offen, Beschwerde zum OVG Münster möglich). Stand: September 2026

Nur in der Frühzeit vertreten, 1949–1961

Der erste Bundestag hatte elf Parteien, der vierte noch vier. Diese Konzentration ist der eigentliche Inhalt des Abschnitts – und keine dieser Parteien verschwand auf dieselbe Weise: eine wurde verboten, zwei fusionierten sich zu Tode, eine wurde von der CDU aufgekauft, eine erledigte ihr eigenes Anliegen, eine besteht bis heute. 11 Parteien

KPD verboten

gegründet 30.12.1918 · in der SBZ 1946 in der SED aufgegangen · im Westen verboten 17.8.1956

Verbleib
fusioniert mit SED 21.4.1946

1949 mit 5,7 Prozent und fünfzehn Sitzen im Bundestag, 1953 mit 2,2 Prozent gescheitert, 1956 vom Bundesverfassungsgericht verboten – das zweite und bis heute letzte Parteiverbot in der Bundesrepublik. Das Verfahren lief fünf Jahre; die Bundesregierung hatte den Antrag 1951 gestellt und ihn zwischenzeitlich nicht zurückgenommen, obwohl die Partei längst bedeutungslos war.

Im Osten war die KPD schon 1946 in der SED aufgegangen. Die Partei existierte damit ab 1946 in zwei Staaten in völlig verschiedener Gestalt – hier eine Splitterpartei vor dem Verbot, dort die Staatspartei.

Die 1968 gegründete DKP ist eine Neugründung, keine Aufhebung des Verbots. Das Verbot der KPD gilt bis heute.

  • 1. WP 1949–1953 Fraktion · 15 Sitze · 5,7 %

BVerfGE 5, 85 (KPD-Verbot, 17.8.1956); Bundeswahlleiterin

DP fusioniert

als Niedersächsische Landespartei gegründet 20.6.1945, Hannover · umbenannt in Deutsche Partei 4.6.1947 · 1961 in der GDP aufgegangen

Herkunft
aufgenommen: FVP 20.1.1957
Verbleib
fusioniert mit GDP 15.4.1961

Konservativ, protestantisch, niedersächsisch geprägt. Von 1949 bis 1960 durchgehend an der Regierung Adenauer beteiligt, obwohl sie bundesweit nie über vier Prozent hinauskam – ab 1953 zog sie nur noch über Absprachen mit der CDU in den Bundestag ein, die ihr Wahlkreise freihielt.

Im Juli 1960 wechselten neun von fünfzehn Abgeordneten geschlossen zur CDU, die Fraktion war weg. Im April 1961 fusionierte der Rest mit dem GB/BHE zur Gesamtdeutschen Partei, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte; Bremen und einige niedersächsische Kreisverbände machten das nicht mit und führten die DP ab 1962 weiter.

  • 1. WP 1949–1953 Fraktion · 17 Sitze · 4,0 %
  • 2.–3. WP 1953–1961 Fraktionteils über CDU-Listen und freigehaltene Wahlkreise

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Bundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Partei

DP-Minister bei Adenauer →

GB/BHE fusioniert

gegründet 8.1.1950, Schleswig-Holstein · ab November 1952 GB/BHE · Fusion zur GDP am 15.4.1961

Verbleib
fusioniert mit GDP 15.4.1961

Interessenpartei der zwölf Millionen Vertriebenen, 1953 mit 5,9 Prozent und 27 Sitzen im Bundestag und mit zwei Ministern in der Regierung.

Ihre Auflösung ist ein Lehrstück über Interessenparteien: Als die Vertriebenen wirtschaftlich integriert waren – nicht zuletzt durch den Lastenausgleich, den die Partei mit durchgesetzt hatte –, verschwand ihr Existenzgrund. 1955 traten die beiden Minister zur CDU über, 1957 verfehlte die Partei die Hürde, 1961 ging sie in der GDP auf.

  • 2. WP 1953–1957 Fraktion · 27 Sitze · 5,9 %

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Bundeswahlleiterin; Fusion vom 15.4.1961

BHE-Minister bei Adenauer →

GDP aufgelöst

Fusion aus DP und GB/BHE am 15.4.1961 · ab 1966 Gesamtdeutsche Partei Deutschlands · 1977 ohne Parteienstatus, 1981 aufgelöst

Herkunft
hervorgegangen aus DP 15.4.1961·hervorgegangen aus GB/BHE 15.4.1961

Der Zusammenschluss zweier Parteien, die beide schon im Verschwinden waren. Die GDP erreichte 1961 2,8 Prozent und verfehlte den Bundestag deutlich – der Beleg dafür, dass zwei kleine Parteien zusammen nicht automatisch eine mittlere ergeben.

Danach bestand sie noch sechzehn Jahre ohne Wirkung, ab 1966 als Gesamtdeutsche Partei Deutschlands, weil die Abkürzung GDP mit der Polizeigewerkschaft kollidierte. 1977 verlor sie den Parteienstatus, 1981 löste sie sich auf.

  • 4. WP 1961–1965 nicht vertreten · 2,8 %

Bundeswahlleiterin, amtliche Endergebnisse; Verlust des Parteienstatus 1977, Auflösung 1981

BP besteht als Kleinstpartei

gegründet 28.10.1946, München · Landeslizenz 29.3.1948 · besteht als Kleinstpartei

Föderalistisch bis separatistisch, 1949 mit 4,2 Prozent und siebzehn Sitzen im Bundestag – möglich nur, weil die Fünf-Prozent-Hürde 1949 je Land galt und die BP in Bayern über zwanzig Prozent bekam.

1953 verlor sie alle elf Direktmandate und mit 1,7 Prozent bundesweit jeden Sitz – seither war sie nie wieder im Bundestag. Die Fraktion Föderalistische Union, die sie ab Dezember 1951 mit dem Zentrum bildete, war eine Fraktion des ersten Bundestages, kein Wahlbündnis; als solches trat die FU erst 1957 an und kam auf 0,9 Prozent. Die Spielbankenaffäre 1959, in der drei BP-Politiker wegen Meineids vor dem Untersuchungsausschuss verurteilt wurden, beendete auch die bayerische Rolle. Die Partei besteht bis heute und tritt zu Landtagswahlen an.

  • 1. WP 1949–1953 Fraktion · 17 Sitze · 4,2 %ab 14.12.1951 in der Fraktion Föderalistische Union mit dem Zentrum

Bundeswahlleiterin, amtliche Endergebnisse 1949 und 1953; Historisches Lexikon Bayerns, Bayernpartei; in der Fraktion Föderalistische Union stellte die BP 13, das Zentrum 9 Abgeordnete

Zentrum besteht als Kleinstpartei

gegründet 1870 · Selbstauflösung 5.7.1933 · wiedergegründet 14.10.1945, Soest · besteht als Kleinstpartei

Die Partei des politischen Katholizismus im Kaiserreich und in Weimar, an der Regierung fast durchgehend beteiligt und 1933 in die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz gegangen, kurz darauf aufgelöst.

Nach 1945 wurde sie zwischen der überkonfessionellen CDU und der eigenen Tradition aufgerieben: 1949 zehn Sitze, 1953 mit 0,8 Prozent nur noch drei – und die nur, weil Johannes Brockmann den Wahlkreis Oberhausen direkt gewann, wo die CDU auf einen eigenen Kandidaten verzichtet hatte. Das eine Grundmandat öffnete die Landesliste, über die zwei weitere Abgeordnete nachrückten. Ein Sonderfall der Konzentration – nicht verboten, nicht fusioniert, schlicht überflüssig geworden.

  • 1. WP 1949–1953 Gruppe · 10 Sitze · 3,1 %
  • 2. WP 1953–1957 Mandate · 3 Sitze · 0,8 %über das Direktmandat Oberhausen und die Grundmandatsklausel

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1953; Bundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Zentrumspartei

WAV aufgelöst

lizenziert 8.12.1945, München · ab 11.8.1953 Deutsche Aufbau-Vereinigung, ohne Wahlteilnahme

Bayerische Protestpartei um den Rechtsanwalt Alfred Loritz, 1949 mit zwölf Sitzen im Bundestag – im Bündnis mit dem Neubürgerbund und mit 14,4 Prozent in Bayern. 1953 trat sie gar nicht mehr an. Sie steht hier, weil sie zeigt, wie durchlässig das System 1949 war: eine Partei ohne Programm über eine Person hinaus, mit einem Wahlkampf gegen Entnazifizierungsbürokratie und Mangelwirtschaft, konnte auf Anhieb in den ersten Bundestag einziehen.

  • 1. WP 1949–1953 Fraktion · 12 Sitze · 2,9 %

Historisches Lexikon Bayerns, Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung; Lizenz für München 8.12.1945, Landeslizenz 25.3.1946, Umbenennung in DAV am 11.8.1953

DRP aufgegangen

ab 22.3.1946 als DKP-DRP · ab 21.1.1950 Deutsche Reichspartei · aufgelöst 4.12.1965, Personal in der NPD

Verbleib
aufgegangen in NPD / Die Heimat 4.12.1965

Rechtsaußen, 1949 mit fünf Sitzen im Bundestag. Aus ihrem Umfeld entstand 1949 die SRP, die 1952 als erste Partei überhaupt vom Bundesverfassungsgericht verboten wurde; ein Teil der DRP-Abgeordneten des ersten Bundestages wechselte zu ihr über.

Die DRP selbst blieb bis 1964 bestehen und ging dann in der neu gegründeten NPD auf – der personelle Kern der NPD kam damit aus einer Partei, die schon im ersten Bundestag saß.

  • 1. WP 1949–1953 Gruppe · 5 Sitze · 1,8 %

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Ausschluss der Dorls-Gruppe am 2.10.1949, die noch am selben Tag die SRP gründete

SRP verboten

gegründet 2.10.1949 · verboten 23.10.1952

Die erste vom Bundesverfassungsgericht verbotene Partei. Das Gericht sah in ihr eine Nachfolgeorganisation der NSDAP – Führerprinzip in der Satzung, personelle Kontinuität, offene Ablehnung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Die SRP ist nie zu einer Bundestagswahl angetreten. Sie kam über Übertritte ins Parlament und über Landtagswahlen: In Niedersachsen erreichte sie 1951 elf Prozent. Ihr Verbot war der erste Anwendungsfall von Artikel 21 Absatz 2 Grundgesetz und legte fest, was seither in jedem Verbotsverfahren geprüft wird.

  • 1. WP 1949–1952 Mandateausschließlich durch Übertritte, nie gewählt

BVerfGE 2, 1 (SRP-Verbot, 23.10.1952)

SSW besteht

gegründet 30.6.1948 · besteht

Partei der dänischen und der friesischen Minderheit, nach § 6 Bundeswahlgesetz von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Das Minderheitenprivileg ist die einzige dauerhafte Ausnahme im deutschen Sperrklauselrecht.

Der einzige Fall auf dieser Seite, der zweimal auftaucht: 1949 bis 1953 mit einem Mandat, dann 68 Jahre lang nicht im Bundestag, seit 2021 wieder mit einem. Dazwischen lag die Partei nie brach – sie saß durchgehend im Landtag von Schleswig-Holstein.

  • 1. WP 1949–1953 Mandate · 1 Sitze
  • seit der 20. WP 2021 Mandate · 1 Sitzebefreit von der Sperrklausel

§ 6 Abs. 3 Bundeswahlgesetz; Bundeswahlleiterin

FVP aufgegangen

Fraktionsaustritt aus der FDP 22.2.1956 · Partei ab 23.4.1956 · 20.1.1957 in der DP aufgegangen

Herkunft
abgespalten von FDP 23.4.1956
Verbleib
aufgegangen in DP 20.1.1957

Sechzehn FDP-Abgeordnete verließen 1956 ihre Fraktion, um die Koalition mit Adenauer zu retten, die ihre Partei gerade verlassen wollte; vier von ihnen blieben Minister. Die kürzeste Parteiexistenz auf dieser Seite: gut ein Jahr.

Eine Partei, die ohne Wahl entstand und ohne Wahl wieder verschwand – und trotzdem in der Kabinettsliste steht, weil ihre Minister im Amt blieben.

  • 2. WP 1956–1957 Fraktion · 16 Sitzeohne Wahl entstanden, Abspaltung der FDP-Fraktion

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Gründung am 23.4.1956, Vereinigungsparteitag am 20.1.1957

FVP-Minister bei Adenauer →

Nach 1990 gegründet oder wieder relevant

Seit 1983 ist das Parteiensystem wieder in Bewegung. Vier der sechs Einträge hier sind Abspaltungen – von der SPD, von der PDS, von der AfD, von der Linken. 6 Parteien

Bündnis 90 fusioniert

Wahlbündnis 7.2.1990 · Partei 21.9.1991, Potsdam · Fusion mit den Grünen am 14.5.1993, Leipzig

Herkunft
fusioniert mit Neues Forum 21.9.1991·fusioniert mit Demokratie Jetzt 21.9.1991·fusioniert mit IFM 21.9.1991
Verbleib
fusioniert mit Grüne 14.5.1993

Erst ein Wahlbündnis aus Neuem Forum, Demokratie Jetzt und Initiative Frieden und Menschenrechte, ab September 1991 eine Partei. Über das 1990 einmalig geteilte Wahlgebiet kam sie mit acht Abgeordneten in den Bundestag, gemeinsam mit den ostdeutschen Grünen.

1993 fusionierte sie mit den westdeutschen Grünen. Die Verhandlungen dauerten anderthalb Jahre und drehten sich weniger um Programm als um Struktur: Bündnis 90 setzte durch, dass die Bürgerbewegungs-Herkunft im Namen erhalten blieb.

  • VK 1990 Fraktion · 12 Sitze · 2,9 %
  • 12. WP 1990–1994 Gruppe · 8 Sitzegemeinsame Gruppe Bündnis 90/Grüne aus dem Wahlgebiet Ost

Bundeswahlleiterin, Bundestagswahl 1990; Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Listenvereinigung 7.2.1990, Partei ab 21.9.1991

WASG fusioniert

gegründet 22.1.2005 · Fusion mit der Linkspartei.PDS am 16.6.2007

Verbleib
fusioniert mit Die Linke 16.6.2007

Abspaltung von Gewerkschaftern und SPD-Linken als Reaktion auf die Agenda 2010. Sie trat 2005 nicht selbst an, sondern über die offenen Listen der Linkspartei.PDS – ein Konstrukt, das es so vorher nicht gegeben hatte.

Ohne die WASG wäre die PDS eine ostdeutsche Regionalpartei geblieben. Sie ist der Grund, warum Die Linke heute bundesweit antritt und im Westen überhaupt Mitglieder hat.

  • 16. WP ab 2005 MandateAbgeordnete über die offenen Listen der Linkspartei.PDS

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress in Göttingen am 22.1.2005, Verschmelzung zur Partei Die Linke am 16.6.2007

BSW besteht

Verein Oktober 2023 · Partei gegründet 8.1.2024 · seit 1.10.2026 Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft · besteht

Herkunft
abgespalten von Die Linke 8.1.2024

Abspaltung von der Linken. Zehn Bundestagsabgeordnete traten im Dezember 2023 aus und kosteten ihre alte Fraktion damit den Fraktionsstatus – der bisher einzige Fall, in dem eine Abspaltung eine Fraktion des Bundestages beendet hat.

2024 Einzug ins Europaparlament und in drei ostdeutsche Landtage, 2025 Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde mit 4,97 Prozent – rund 9 500 Stimmen fehlten. Der Wahleinspruch beim Wahlprüfungsausschuss des Bundestages wurde am 4. Dezember 2025 abgelehnt.

Seit dem 1. Oktober 2026 heißt die Partei „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft"; das Kürzel BSW blieb, der Name der Gründerin verschwand. Beschlossen hatte das der Bundesparteitag in Magdeburg schon im Dezember 2025 – wirksam wurde es erst nach den Landtagswahlen des Jahres 2026.

  • 20. WP 2024–2025 Gruppe · 10 Sitzeohne Wahl entstanden, aus der Linksfraktion ausgetreten
  • 21. WP seit 2025 nicht vertreten · 4,97 %

Deutscher Bundestag, Wahlprüfungsausschuss, Beschluss vom 4.12.2025; Bundeswahlleiterin; Bundesparteitag Magdeburg, Dezember 2025 (Umbenennung zum 1.10.2026). Stand: Oktober 2026

ALFA/LKR besteht als Kleinstpartei

gegründet 19.7.2015 als ALFA, Kassel · Liberal-Konservative Reformer ab 11.3.2017 · Wir Bürger ab Juni 2023 · besteht als Kleinstpartei

Herkunft
abgespalten von AfD 19.7.2015

Die Partei, die Bernd Lucke nach seiner Abwahl bei der AfD gründete. Sie zeigt, was aus dem eurokritischen Gründungsflügel der AfD wurde, nachdem er die AfD verlassen hatte: bei keiner Bundestagswahl über 0,3 Prozent, zweimal umbenannt, seit 2022 ohne Landtagsmandat.

Bundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien; Gründung in Kassel am 19.7.2015, Umbenennung auf dem Bundesparteitag in Siegen am 11.3.2017

DKP besteht als Kleinstpartei

gegründet 26.9.1968 · besteht als Kleinstpartei

Neugründung, ausdrücklich keine Wiederzulassung der verbotenen KPD – die Konstruktion war, eine neue Partei zu gründen, gegen die kein Verbotsurteil vorlag. Sie war nie im Bundestag und wurde bis 1989 verdeckt aus der DDR finanziert.

Bundeszentrale für politische Bildung

NPD / Die Heimat besteht, von der staatlichen Finanzierung ausgeschlossen

gegründet 28.11.1964 als NPD · seit 3.6.2023 Die Heimat · besteht

Herkunft
aufgenommen: DRP 4.12.1965

Nie im Bundestag, 1966 bis 1968 aber in sieben Landtagen. Zwei Verbotsverfahren scheiterten: 2003 stellte das Bundesverfassungsgericht das Verfahren ein, weil V-Leute bis in die Parteiführung reichten; 2017 wies es den Antrag ab, weil die Partei zwar verfassungsfeindlich, aber zu bedeutungslos für eine Gefährdung sei.

Aus dieser Begründung folgte 2017 die neue Regelung in Artikel 21 Absatz 3 Grundgesetz – Ausschluss von der staatlichen Finanzierung als milderes Mittel. Sie wurde 2024 erstmals angewandt, gegen genau diese Partei.

BVerfGE 144, 20 (NPD, 17.1.2017); BVerfG, Urteil vom 23.1.2024 (Finanzierungsausschluss)

Die Blockparteien der DDR

Fünf Parteien, vierzig Jahre, ohne eine einzige Veränderung. Zwei von ihnen gab es schon 1945 mit eigenem Kurs, zwei wurden von oben gegründet, um Gruppen einzubinden, statt sie der Opposition zu überlassen. Wie das Nebeneinander funktionierte, steht im Kolophon. 6 Parteien

SED umbenannt

21./22.4.1946 aus KPD und SPD · umbenannt am 17.12.1989 in SED-PDS

Herkunft
hervorgegangen aus KPD 21.4.1946·hervorgegangen aus SPD 21.4.1946
Verbleib
umbenannt in Die Linke 17.12.1989

Formal eine Vereinigung gleichrangiger Partner, tatsächlich unter erheblichem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht zustande gekommen. Westdeutsche und ostdeutsche Sozialdemokraten sprachen deshalb von Zwangsvereinigung, und die Bezeichnung hat sich in der Forschung durchgesetzt. In Berlin, wo die SPD-Mitglieder abstimmen durften, lehnten 82 Prozent ab.

Der Führungsanspruch stand ab 1968 in Artikel 1 der Verfassung der DDR. Die Volkskammer strich ihn am 1. Dezember 1989 – die einzige Verfassungsänderung dieser Seite, die von der Straße erzwungen wurde.

Zwei Wochen später gab sich die Partei den Namen SED-PDS. Sie hat sich nie aufgelöst; ihre Rechtsnachfolge läuft bis heute – siehe „Zwei Fälle von Kontinuität".

  • VK 1949–1990 Fraktion · 127 Sitzeab 1963 unverändert 127 von 500 Sitzen

Bundesarchiv, Bestand DY 30; Verfassung der DDR von 1968, Art. 1, aufgehoben am 1.12.1989

Die DDR-Zeitleiste →

CDU (Ost) fusioniert

Gründungsaufruf 26.6.1945, Berlin · Vereinigung mit der CDU am 1./2.10.1990, Hamburg

Verbleib
fusioniert mit CDU 1.10.1990

Bis 1947/48 eine Partei mit eigenem Kurs. Dann setzte die sowjetische Militäradministration die Vorsitzenden Jakob Kaiser und Ernst Lemmer ab, weil sie sich der Volkskongressbewegung verweigerten – danach vierzig Jahre Blockpartei mit angepasster Führung.

Im November 1989 übernahm Lothar de Maizière den Vorsitz; ein halbes Jahr später war er der einzige frei gewählte Ministerpräsident der DDR. Die Vereinigung einen Tag vor der deutschen Einheit brachte der West-CDU eine sofort funktionsfähige Organisation im Osten – und eine Erblast an Personal und Vermögen, über die bis in die späten 1990er gestritten wurde.

  • VK 1949–1990 Fraktion · 52 Sitzeab 1963 unverändert 52 von 500 Sitzen
  • VK 1990 Fraktion · 163 Sitze · 40,8 %in der Allianz für Deutschland, erste freie Wahl

Bundesarchiv, Bestand DY 60; wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl 1990; Vereinigungsparteitag vom 1./2.10.1990

de Maizière als Ministerpräsident →

LDPD aufgegangen

gegründet 5.7.1945, lizenziert 10.7.1945 · ab Oktober 1951 LDPD · 11.8.1990 in der FDP aufgegangen

Verbleib
aufgegangen in FDP 11.8.1990

1945 aus bürgerlich-liberalen Kreisen entstanden, mit eigenem Profil bis Ende der 1940er Jahre, danach gleichgeschaltet wie die übrigen Blockparteien.

1990 zurück zum alten Namen LDP, dann Teil des Wahlbündnisses Bund Freier Demokraten gemeinsam mit der neu gegründeten FDP der DDR und der Deutschen Forumpartei, dann im August 1990 Vereinigung mit der West-FDP in Hannover.

  • VK 1949–1990 Fraktion · 52 Sitzeab 1963 unverändert 52 von 500 Sitzen
  • VK 1990 Fraktion · 21 Sitze · 5,3 %im Bund Freier Demokraten

Bundesarchiv, Bestand DY 61; wahlen-in-deutschland.de; Vereinigungsparteitag in Hannover am 11.8.1990

NDPD aufgegangen

gegründet 25.5.1948, zugelassen 16.6.1948 · 11.8.1990 in der FDP aufgegangen

Verbleib
aufgegangen in FDP 11.8.1990

Auf Betreiben der sowjetischen Militäradministration gegründet, um ehemalige NSDAP-Mitglieder, Wehrmachtsoffiziere und Mittelständler einzubinden, statt sie der Opposition zu überlassen – eine Partei mit Integrationsauftrag, ohne eigenen Ursprung.

Dass ausgerechnet sie 1990 in der FDP aufging, gehört zu den Merkwürdigkeiten des Vereinigungsjahres und war in der FDP selbst umstritten.

  • VK 1949–1990 Fraktion · 52 Sitzeab 1963 unverändert 52 von 500 Sitzen
  • VK 1990 Mandate · 0,4 %

Bundesarchiv, Bestand DY 62; wahlen-in-deutschland.de; Gründung 25.5.1948, Lizenz 16.6.1948

DBD aufgegangen

gegründet 29.4.1948 · 15.9.1990 in der CDU aufgegangen

Verbleib
aufgegangen in CDU 15.9.1990

Ebenfalls eine Gründung von oben: für die Landwirtschaft, zur Absicherung der Bodenreform und später der Zwangskollektivierung von 1960. Eine Partei, deren Aufgabe darin bestand, den Bauern die Enteignung zu erklären.

1990 Beitritt zur CDU – der letzte der vier Blockparteien-Übergänge und der stillste.

  • VK 1949–1990 Fraktion · 52 Sitzeab 1963 unverändert 52 von 500 Sitzen
  • VK 1990 Mandate · 2 Sitze · 0,4 %

Bundesarchiv, Bestand DY 63; wahlen-in-deutschland.de; Auflösung und Übertritt am 15.9.1990

Massenorg. aufgelöst

ab der Volkskammerwahl 1950 mit eigenen Sitzkontingenten · endet mit der freien Wahl 1990

FDGB, FDJ, DFD, Kulturbund und weitere hielten zusammen 165 der 500 Volkskammersitze. Sie sind keine Parteien und bekommen deshalb kein Profil – ohne sie stimmen die 500 Sitze aber nicht, und ohne sie ist nicht zu erklären, wie die SED mit 127 Sitzen jede Abstimmung gewann: Die Kontingente waren überwiegend mit SED-Mitgliedern besetzt.

  • VK 1950–1990 Mandate · 165 SitzeFDGB 68, FDJ 40, DFD 35, Kulturbund 22 – ab 1963 unverändert

wahlen-in-deutschland.de, Sitzverteilung der Volkskammer; feste Kontingente ab der Wahl vom 15.10.1950: FDGB 68, FDJ 40, DFD 35, Kulturbund 22 Sitze

Die Neugründungen 1989/90

Innerhalb weniger Monate entstand ein komplettes Parteiensystem – und war nach zwölf Monaten wieder verschwunden, weil fast alles in den West-Parteien aufging. Die einzige Ausnahme ist die DSU: Sie hatte keine West-Partei, in der sie hätte aufgehen können. 11 Parteien

SDP fusioniert

gegründet 7.10.1989, Schwante · ab 13.1.1990 SPD · Vereinigung mit der SPD am 26./27.9.1990

Verbleib
fusioniert mit SPD 27.9.1990

Am 40. Jahrestag der DDR in einem Pfarrhaus in Schwante gegründet, während in Berlin die Militärparade lief. Die Gründung einer sozialdemokratischen Partei war der direkteste Angriff auf die Legitimation der SED, weil sie die Zwangsvereinigung von 1946 rückgängig machte.

Sie gewann 1990 aber nur 21,9 Prozent – deutlich weniger als erwartet, weil die Wähler in den Industrieregionen des Südens mehrheitlich für die schnelle Einheit und damit für die Allianz für Deutschland stimmten.

  • VK 1990 Fraktion · 88 Sitze · 21,9 %

wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl 18.3.1990; Gründung in Schwante 7.10.1989, Vereinigungsparteitag 26./27.9.1990

DA aufgegangen

gegründet 29.10.1989 · Partei ab 16./17.12.1989 · 4.8.1990 in der CDU aufgegangen

Verbleib
aufgegangen in CDU 4.8.1990

Aus kirchlichen Kreisen entstanden, dann in die Allianz für Deutschland gegangen und damit auf die schnelle Einheit eingeschwenkt. Kurz vor der Wahl trat der Vorsitzende Wolfgang Schnur zurück, nachdem seine Tätigkeit als Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit bekannt geworden war.

Der DA kam auf 0,9 Prozent. Seine Pressesprecherin im Wahlkampf war Angela Merkel.

  • VK 1990 Mandate · 4 Sitze · 0,9 %in der Allianz für Deutschland

wahlen-in-deutschland.de; Bundeszentrale für politische Bildung; Gründung am 29.10.1989, Vereinigung mit der CDU am 4.8.1990

DSU besteht als Kleinstpartei

gegründet 20.1.1990, Leipzig · besteht als Kleinstpartei

Von der CSU unterstützte Schwesterpartei in der DDR, dritter Partner der Allianz für Deutschland. Sie erreichte 6,3 Prozent – vor allem in Sachsen – und stellte in der Regierung de Maizière den Wirtschaftsminister.

Anders als CDU und DA ging sie nicht in einer West-Partei auf, weil die CSU außerhalb Bayerns nicht antritt. Genau deshalb besteht sie bis heute, ohne jede Bedeutung – die Ausnahme, die die Regel des Jahres 1990 bestätigt.

  • VK 1990 Fraktion · 25 Sitze · 6,3 %

wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl 1990; Gründung in Leipzig am 20.1.1990

Die Regierung de Maizière →

Neues Forum besteht als Verein

gegründet 9./10.9.1989, Grünheide · Teil ging 1991 in Bündnis 90 auf · der Rest besteht als Verein

Verbleib
fusioniert mit Bündnis 90 21.9.1991

Die größte der Bürgerbewegungen: bis Ende 1989 über 200 000 Unterschriften unter den Gründungsaufruf. Sie verstand sich ausdrücklich nicht als Partei und trat 1990 nur widerwillig zur Wahl an – ein Teil ging 1991 in Bündnis 90 auf, ein Teil besteht bis heute als Verein.

  • VK 1990 Fraktionim Wahlbündnis Bündnis 90, zusammen 12 Sitze bei 2,9 %

Bundeszentrale für politische Bildung; wahlen-in-deutschland.de; Gründungsaufruf vom 10.9.1989

Demokratie Jetzt fusioniert

gegründet 12.9.1989 · 1991 in Bündnis 90 aufgegangen

Verbleib
fusioniert mit Bündnis 90 21.9.1991

Aus kirchlichen Friedenskreisen entstanden, mit einem eigenen Entwurf für eine reformierte DDR statt eines Beitritts. Trat 1990 im Wahlbündnis Bündnis 90 an und ging 1991 in dessen Parteigründung auf.

  • VK 1990 Fraktionim Wahlbündnis Bündnis 90

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsaufruf vom 12.9.1989, Aufgehen in Bündnis 90 am 21.9.1991

IFM fusioniert

gegründet 24.1.1986 · 1991 in Bündnis 90 aufgegangen

Verbleib
fusioniert mit Bündnis 90 21.9.1991

Die älteste der drei Gruppen, gegründet drei Jahre vor dem Umbruch und die erste Oppositionsgruppe der DDR ohne Anbindung an die Kirche – und damit ohne deren begrenzten Schutz. Entsprechend hart wurde sie von der Staatssicherheit verfolgt.

  • VK 1990 Fraktionim Wahlbündnis Bündnis 90

Bundeszentrale für politische Bildung; Bundesarchiv; Gründung am 24.1.1986, Aufgehen in Bündnis 90 im September 1991

UFV aufgelöst

gegründet 3.12.1989 · Listenverbindung mit der Grünen Partei 1990 · Verein ab 1991, aufgelöst im Sommer 1998

Die einzige Neugründung, die ausschließlich Frauenpolitik zum Gegenstand hatte. Sie trat 1990 in Listenverbindung mit der Grünen Partei an und bestand danach als Verband weiter, ohne je wieder zu einer Wahl anzutreten.

  • VK 1990 Mandatein Listenverbindung mit der Grünen Partei, zusammen 8 Sitze bei 2,0 %

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress 3.12.1989, Verband ab 17.2.1990, Auflösung im Sommer 1998

Vereinigte Linke aufgelöst

Böhlener Plattform 4.9.1989 · konstituiert 2.10.1989 · faktisches Ende 1992, förmliche Auflösung 2013

Eine linke Opposition gegen die SED, die den Sozialismus nicht abschaffen, sondern demokratisieren wollte. Sie fand 1990 keine Wähler und keine Nachfolgeorganisation – die einzige Neugründung dieser Monate, die spurlos endet.

  • VK 1990 Mandate · 1 Sitzeüber die Liste der Aktionsbündnis Vereinigte Linke

Bundeszentrale für politische Bildung; ein Sitz in der Volkskammer über das Aktionsbündnis Vereinigte Linke mit der Nelken-Liste

Grüne Partei fusioniert

konstituiert 24.11.1989 · Gründungsparteitag 9.2.1990, Halle · Vereinigung mit den Grünen 3.12.1990

Verbleib
fusioniert mit Grüne 3.12.1990

Gegründet aus den Umweltgruppen der DDR, die jahrelang unter dem Dach der Kirche gearbeitet hatten. Sie trat 1990 in Listenverbindung mit dem Unabhängigen Frauenverband an und vereinigte sich im Dezember 1990 mit den West-Grünen – zwei Wochen nachdem diese im Westen an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert waren.

  • VK 1990 Mandate · 8 Sitze · 2,0 %Listenverbindung mit dem UFV

wahlen-in-deutschland.de; Konstituierung 24.11.1989, Gründungsparteitag in Halle 9. bis 11.2.1990

BFD aufgegangen

Wahlkoalition 12.2.1990 · Partei ab 27.3.1990 · 11.8.1990 mit der FDP vereinigt

Verbleib
aufgegangen in FDP 11.8.1990

Wahlbündnis aus der LDP, der neu gegründeten FDP der DDR und der Deutschen Forumpartei – der Versuch, die liberale Blockpartei und die liberale Neugründung unter einem Dach zusammenzubinden. Er hielt bis zur Vereinigung mit der West-FDP im August 1990.

  • VK 1990 Fraktion · 21 Sitze · 5,3 %

wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl 1990; Wahlkoalition 12.2.1990, Partei ab 27.3.1990

Bürgerbewegungen fusioniert

Sammelspur für Neues Forum, Demokratie Jetzt, IFM, UFV, Vereinigte Linke, Grüne Partei und den Bund Freier Demokraten

Diese Spur ist keine Partei, sondern eine Zusammenfassung: Im Hauptdiagramm laufen sieben Gruppen in einem Band, weil sie sonst zehn Spuren für achtzehn Monate belegen würden. Wer wann entstand und wohin ging, steht im Detaildiagramm „Das Jahr 1989/90".

siehe die einzelnen Gruppen

Kurznotizen ohne eigene Spur

Parteien, die für die Genealogie nicht gebraucht werden, aber in einer Übersicht des Parteiensystems nicht fehlen sollten. Keine von ihnen war je im Bundestag.

  • Piratenpartei Deutschland Piraten

    Gegründet 2006, zwischen 2011 und 2012 in vier Landtagen, seit 2014 mit einem Sitz im Europaparlament. Nie im Bundestag.

  • Freie Wähler FW

    Bundesvereinigung 2010 aus kommunalen Wählergemeinschaften, seit 2018 in der bayerischen Staatsregierung. Nie im Bundestag.

  • Die PARTEI Die PARTEI

    Gegründet 2004 aus der Redaktion des Satiremagazins Titanic, seit 2014 im Europaparlament – möglich, weil die Sperrklausel für Europawahlen 2011 und 2014 für verfassungswidrig erklärt wurde.

  • Deutsche Forumpartei DFP

    Abspaltung des Neuen Forums vom Januar 1990, Teil des Bundes Freier Demokraten, 1990 in der FDP aufgegangen.

Ereignisliste

Das Datengerüst der Seite: Aus diesen Zeilen sind der Stammbaum und die Herkunfts- und Verbleibszeilen der Steckbriefe gerechnet, nicht umgekehrt. Sie ist zugleich die Fassung für den Druck und für alle, die das Diagramm nicht sehen können. Filtern lässt sie sich nach der Art des Vorgangs.

Ereignisliste der Parteien seit 1945: Datum, Art des Vorgangs, beteiligte Parteien, Beschreibung und Beleg.
DatumTypBeteiligteVorgang
11.6.1945ZulassungKPD

Einen Tag nach dem Befehl Nr. 2 der sowjetischen Militäradministration, der Parteien in der Zone wieder erlaubt, tritt die KPD mit ihrem Aufruf an die Öffentlichkeit – als erste Partei, fünfzehn Tage vor der CDU, vier Wochen vor der LDP.

BerlinSMAD, Befehl Nr. 2 vom 10.6.1945; Aufruf des Zentralkomitees der KPD vom 11.6.1945

26.6.1945GründungCDU (Ost)

Gründungsaufruf der Christlich-Demokratischen Union in Berlin – der Ausgangspunkt für beide deutschen CDU-Parteien.

BerlinBundesarchiv, DY 60; Gründungsaufruf der CDU vom 26.6.1945

5.7.1945GründungLDPD

Gründung der Liberal-Demokratischen Partei in der sowjetischen Besatzungszone; die Lizenz der Militäradministration folgt fünf Tage später.

BerlinBundesarchiv, DY 61; Gründungsaufruf vom 5.7.1945, Lizenz der SMAD vom 10.7.1945

20.6.1945GründungDP

Gründung der Niedersächsischen Landespartei, aus der zwei Jahre später die Deutsche Partei wird.

HannoverBundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Partei

5.10.1945WiedergründungSPD

Auf der Wennigsener Konferenz übernimmt Kurt Schumacher die Führung der SPD in den Westzonen. Die Berliner Zentrale unter Otto Grotewohl erkennt das nicht an – der Bruch zwischen West- und Ost-SPD beginnt hier, ein halbes Jahr vor der Vereinigung mit der KPD.

WennigsenFriedrich-Ebert-Stiftung, Wennigser Konferenz vom 5. bis 7.10.1945

13.10.1945GründungCSU

Zusammenschluss christlich-sozialer Gruppen in Bayern. Ein Gründungsdatum gibt es nicht, sondern mehrere: München am 12. September und am 11. Oktober, Coburg am 12., Würzburg am 13. Oktober 1945 – diesen Tag führt die Partei selbst. Die gesamtbayerische Gründungsversammlung trat erst am 8. Januar 1946 zusammen, am selben Tag ließ die US-Militärregierung die Partei zu.

BayernHistorisches Lexikon Bayerns, Christlich-Soziale Union; vorläufiger Landesausschuss am 17.12.1945, gesamtbayerische Gründungsversammlung und Zulassung am 8.1.1946

14.10.1945WiedergründungZentrum

Wiedergründung der Deutschen Zentrumspartei in Soest, zwölf Jahre nach ihrer Selbstauflösung – anknüpfend an das Soester Programm von 1870.

SoestBundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Zentrumspartei

8.12.1945GründungWAV

Die Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung um Alfred Loritz erhält ihre Lizenz für München; die bayernweite folgt am 25.3.1946. Ein Gründungstag davor ist nicht überliefert, die Spur beginnt deshalb mit der Lizenz.

MünchenLizenz der amerikanischen Militärregierung vom 8.12.1945; Landeslizenz vom 25.3.1946

22.3.1946GründungDRP

Deutsche Konservative Partei und Deutsche Rechtspartei schließen sich zur DKP-DRP zusammen – daraus wird 1950 die Deutsche Reichspartei und 1964 der Kern der NPD.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Zusammenschluss vom 22.3.1946

21.4.1946FusionKPDSPDSED

Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED. Formal eine Fusion gleichrangiger Partner, tatsächlich unter erheblichem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht – in Berlin, wo die SPD-Mitglieder abstimmen durften, lehnten 82 Prozent ab. Für KPD und SPD endet dieser Strang damit nur in der sowjetischen Zone; im Westen bestehen beide weiter.

BerlinBundesarchiv, DY 30; Urabstimmung der Berliner SPD vom 31.3.1946

9.5.1946VorgangSPD

Erster Nachkriegsparteitag der West-SPD, vom 9. bis 11. Mai in Hannover; Kurt Schumacher wird mit 244 von 245 Stimmen Vorsitzender. Die Partei versteht sich als Fortsetzung der 1933 verbotenen, nicht als Neugründung.

HannoverFriedrich-Ebert-Stiftung, Parteitag der SPD in Hannover vom 9. bis 11.5.1946

28.10.1946GründungBP

Gründung der Bayernpartei durch Ludwig Lallinger und Jakob Fischbacher; die Zulassung auf Landesebene folgt erst am 29.3.1948.

MünchenBundeszentrale für politische Bildung; Historisches Lexikon Bayerns, Bayernpartei

4.6.1947UmbenennungDP

Aus der Niedersächsischen Landespartei wird die Deutsche Partei – aus einer Regionalpartei wird dem Namen nach eine bundesweite.

Bundeszentrale für politische Bildung, Parteien in Deutschland: Deutsche Partei

20.12.1947VorgangCDU (Ost)

Die sowjetische Militäradministration setzt die Vorsitzenden Jakob Kaiser und Ernst Lemmer ab, weil sie sich der Volkskongressbewegung verweigern. Der Vorgang markiert früh die Grenze des Systems: Eine Blockpartei durfte alles, nur nicht widersprechen.

BerlinBundesarchiv, DY 60; Absetzung des Parteivorstands am 20.12.1947

29.4.1948GründungDBD

Gründung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands – wie die NDPD eine Gründung von oben, mit zugewiesener Zielgruppe.

Bundesarchiv, DY 63; Gründung am 29.4.1948

16.6.1948ZulassungNDPD

Zulassung der NDPD durch die sowjetische Militäradministration, mit dem Auftrag, ehemalige NSDAP-Mitglieder und Wehrmachtsoffiziere einzubinden. Gegründet hatte sie sich drei Wochen zuvor, am 25. Mai.

Bundesarchiv, DY 62; Gründung am 25.5.1948, Lizenz der SMAD vom 16.6.1948

30.6.1948GründungSSW

Gründung des Südschleswigschen Wählerverbandes als Partei der dänischen und friesischen Minderheit.

FlensburgBundeszentrale für politische Bildung

12.12.1948GründungFDP

Dreizehn liberale Landesverbände aus West- und Ostzonen schließen sich zur FDP zusammen, erster Vorsitzender Theodor Heuss.

HeppenheimBundeszentrale für politische Bildung

2.10.1949GründungSRP

Gründung der Sozialistischen Reichspartei, überwiegend aus dem Umfeld der Deutschen Rechtspartei.

BVerfGE 2, 1

14.8.1949VorgangCDUCSUSPDFDPKPDBPDPWAVZentrumDRPSSW

Erste Bundestagswahl. Elf Parteien ziehen ein – möglich, weil die Fünf-Prozent-Hürde 1949 je Land galt und ein Direktmandat als Alternative genügte.

Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1949

8.1.1950GründungGB/BHE

Gründung des Blocks der Heimatvertriebenen und Entrechteten durch Waldemar Kraft in Schleswig-Holstein, fünf Jahre nach dem Ende der Vertreibungen.

KielDeutscher Bundestag, Datenhandbuch; Gründung am 8.1.1950

15.10.1950VorgangSEDCDU (Ost)LDPDNDPDDBDMassenorg.

Erste Volkskammerwahl nach der Einheitsliste der Nationalen Front. Die Sitzverteilung steht vor der Wahl fest; von 1963 bis 1986 ändert sie sich nicht mehr um einen einzigen Sitz.

wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahlen

21.10.1950GründungCDU

Die Landesverbände schließen sich auf dem Parteitag vom 20. bis 22. Oktober zur Bundespartei CDU zusammen, Adenauer wird erster Vorsitzender – ein Jahr nachdem er Bundeskanzler geworden war.

GoslarBundeszentrale für politische Bildung; erster Bundesparteitag der CDU, Goslar, 20. bis 22.10.1950

21.1.1950UmbenennungDRP

Der niedersächsische Landesverband der DKP-DRP und die hessische NDP schließen sich zur Deutschen Reichspartei zusammen.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Zusammenschluss vom 21.1.1950

22.11.1951VorgangSRPKPD

Die Bundesregierung stellt binnen drei Tagen Verbotsanträge gegen SRP und KPD – gegen die SRP am 19., gegen die KPD am 22. November. Über den einen entscheidet Karlsruhe in elf Monaten, über den anderen in fünf Jahren.

BVerfGE 2, 1 und BVerfGE 5, 85; Anträge der Bundesregierung vom 19. und 22.11.1951

23.10.1952VerbotSRP

Das Bundesverfassungsgericht verbietet die SRP als Nachfolgeorganisation der NSDAP – das erste Parteiverbot der Bundesrepublik.

BVerfGE 2, 1

25.6.1953VorgangBPZentrumWAV

Die Fünf-Prozent-Hürde gilt ab dieser Wahl bundesweit statt je Land, ein Direktmandat bleibt als Alternative. Für die BP ist das das Ende der Bundestagspräsenz, die WAV tritt gar nicht erst an; das Zentrum hält sich noch eine Wahlperiode, aber nur über ein einziges Direktmandat.

Bundeswahlgesetz 1953; Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1953

11.8.1953AuflösungWAV

Die WAV benennt sich in Deutsche Aufbau-Vereinigung um und tritt zur Bundestagswahl vier Wochen später nicht mehr an – nach dem SRP-Verbot war ihr Versuch gescheitert, deren Erbe anzutreten. Ein förmliches Auflösungsdatum gibt es nicht; Loritz versuchte im Oktober 1955 bei der Bremer Bürgerschaftswahl ein letztes Mal die Rückkehr.

Historisches Lexikon Bayerns, Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung; Umbenennung in DAV am 11.8.1953, keine Teilnahme an der Bundestagswahl 1953

23.4.1956AbspaltungFDPFVP

Sechzehn Abgeordnete hatten am 22. Februar die FDP-Fraktion verlassen, um die Koalition mit Adenauer zu halten; zwei Monate später gründen sie als Euler-Gruppe die Freie Volkspartei. Vier von ihnen bleiben Minister.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Fraktionsaustritt am 22.2.1956, Gründung am 23.4.1956

17.8.1956VerbotKPD

Das Bundesverfassungsgericht verbietet die KPD – das zweite und bis heute letzte Parteiverbot. Das Urteil gilt fort; die 1968 gegründete DKP ist eine Neugründung, keine Aufhebung.

BVerfGE 5, 85

20.1.1957BeitrittFVPDP

Die FVP geht auf dem Vereinigungsparteitag in der Deutschen Partei auf – nach neun Monaten Existenz, ohne je zu einer Wahl angetreten zu sein.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Vereinigungsparteitag vom 20.1.1957

15.9.1957VorgangDPGB/BHE

Ab dieser Wahl braucht es drei Direktmandate statt einem, um die Fünf-Prozent-Hürde zu umgehen (Grundmandatsklausel). Der GB/BHE scheitert, die DP kommt nur über von der CDU freigehaltene Wahlkreise hinein.

Bundeswahlgesetz 1956

1.7.1960VorgangDPCDU

Neun von fünfzehn Abgeordneten der DP wechseln geschlossen zur CDU, unter ihnen die beiden Minister Seebohm und von Merkatz. Die Fraktion ist damit weg, die Partei noch nicht.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch; Fraktionsaustritt vom 1.7.1960

15.4.1961FusionDPGB/BHEGDP

DP und GB/BHE fusionieren zur Gesamtdeutschen Partei. Sie erreicht bei der Wahl im selben Jahr 2,8 Prozent – zwei kleine Parteien ergeben zusammen keine mittlere.

Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1961; Fusion vom 15.4.1961

28.11.1964GründungNPD / Die Heimat

Gründung der NPD, überwiegend aus dem Personal der Deutschen Reichspartei.

HannoverBundeszentrale für politische Bildung

4.12.1965BeitrittDRPNPD / Die Heimat

Die Deutsche Reichspartei löst sich in Göttingen auf. Zwei Drittel ihrer Mitglieder waren da schon in der ein Jahr zuvor gegründeten NPD; Apparat und Personal gehen dort auf.

Bundeszentrale für politische Bildung; Auflösungstagung in Göttingen am 4.12.1965

1977AuflösungGDP

Die Reste der Partei – seit 1966 als Gesamtdeutsche Partei Deutschlands, weil die Abkürzung GDP mit der Polizeigewerkschaft kollidierte – verlieren ihren Parteienstatus; die förmliche Auflösung folgt 1981. Bremen und einige niedersächsische Kreisverbände hatten die Fusion schon 1962 nicht mitgemacht und die DP weitergeführt.

Bundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien; Verlust des Parteienstatus 1977, Auflösung 1981

6.4.1968VorgangSED

Die neue Verfassung der DDR schreibt den Führungsanspruch der SED in Artikel 1 fest. Was vorher Praxis war, ist jetzt Verfassungsrecht.

Verfassung der DDR von 1968, Art. 1

26.9.1968GründungDKP

Gründung der DKP – ausdrücklich als neue Partei, gegen die kein Verbotsurteil vorliegt, nicht als Wiederzulassung der KPD.

Frankfurt am MainBundeszentrale für politische Bildung

13.1.1980GründungGrüne

Gründung der Partei Die Grünen aus Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung, Bürgerinitiativen und Resten der K-Gruppen.

KarlsruheBundeszentrale für politische Bildung

6.3.1983VorgangGrüne

Die Grünen ziehen mit 5,6 Prozent in den Bundestag ein – die erste neue Partei seit 1953, der das gelingt. Das Dreiparteiensystem der Bundesrepublik endet nach 22 Jahren.

Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 1983

24.1.1986GründungIFM

Gründung der Initiative Frieden und Menschenrechte – die erste Oppositionsgruppe der DDR ohne kirchliches Dach und damit ohne dessen begrenzten Schutz.

BerlinBundeszentrale für politische Bildung; offizielle Gründung am 24.1.1986

4.9.1989GründungVereinigte Linke

Der Aufruf zur Vereinigten Linken, die Böhlener Plattform, geht in Umlauf; als Organisation konstituiert sie sich am 2. Oktober. Sie will einen dritten Weg, keine Vereinigung – und bleibt damit auch in der Opposition eine Minderheit.

Bundeszentrale für politische Bildung; Böhlener Plattform vom 4.9.1989, Konstituierung am 2.10.1989

10.9.1989GründungNeues Forum

Gründungsaufruf des Neuen Forums. Bis Jahresende unterschreiben ihn über 200 000 Menschen – die größte Oppositionsbewegung der DDR-Geschichte.

GrünheideBundeszentrale für politische Bildung; Gründungsaufruf „Aufbruch 89" vom 10.9.1989

12.9.1989GründungDemokratie Jetzt

Gründung von Demokratie Jetzt aus kirchlichen Friedenskreisen.

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsaufruf „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache" vom 12.9.1989

7.10.1989GründungSDP

Gründung der SDP in einem Pfarrhaus, am 40. Jahrestag der DDR und während in Berlin die Parade läuft. Eine sozialdemokratische Partei zu gründen hieß, die Vereinigung von 1946 für nichtig zu erklären.

SchwanteBundeszentrale für politische Bildung; Gründung in Schwante am 7.10.1989

29.10.1989GründungDA

Gründung des Demokratischen Aufbruchs; die Parteigründung im engeren Sinn folgt auf dem Parteitag am 16./17. Dezember 1989 in Leipzig.

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungsversammlung am 29.10.1989

1.12.1989VorgangSED

Die Volkskammer streicht den Führungsanspruch der SED aus Artikel 1 der Verfassung – nach 21 Jahren und unter dem Druck der Demonstrationen.

Volkskammer der DDR, Beschluss vom 1.12.1989

3.12.1989GründungUFV

Rund 1200 Frauen beschließen in der Volksbühne das Manifest für eine autonome Frauenbewegung; als Verband konstituiert sich der UFV am 17. Februar 1990, um zur Wahl antreten zu können.

BerlinBundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress vom 3.12.1989

17.12.1989UmbenennungSEDDie Linke

Der Sonderparteitag benennt die SED in SED-PDS um. Eine Auflösung war beantragt und wurde abgelehnt – die Partei bleibt dieselbe juristische Person, mit allem, was daran hängt.

BerlinBundesarchiv, DY 30; Unabhängige Kommission zur Überprüfung des Parteivermögens

20.1.1990GründungDSU

Gründung der Deutschen Sozialen Union aus zwölf christlichen, liberalen und konservativen Gruppen, unterstützt von der CSU.

LeipzigBundeszentrale für politische Bildung; Gründung in Leipzig am 20.1.1990

4.2.1990UmbenennungDie Linke

Aus SED-PDS wird PDS. Der letzte Namensbestandteil, der auf die Staatspartei verwies, fällt weg.

Bundesarchiv, DY 30

7.2.1990GründungBündnis 90

Neues Forum, Demokratie Jetzt und die Initiative Frieden und Menschenrechte treten als Wahlbündnis Bündnis 90 zur Volkskammerwahl an.

Beschluss von Neuem Forum, IFM und Demokratie Jetzt vom 7.2.1990 über die Listenvereinigung

9.2.1990GründungGrüne Partei

Gründungsparteitag der Grünen Partei in der DDR aus den Umweltgruppen, die jahrelang unter kirchlichem Dach gearbeitet hatten; konstituiert hatte sie sich schon am 24. November 1989 in Berlin.

Bundeszentrale für politische Bildung; Konstituierung am 24.11.1989, Gründungsparteitag in Halle vom 9. bis 11.2.1990

12.2.1990GründungBFD

LDP, die neu gegründete FDP der DDR und die Deutsche Forumpartei bilden das Wahlbündnis Bund Freier Demokraten.

Wahlkoalition vom 12.2.1990; als Partei ab 27.3.1990

18.3.1990VorgangCDU (Ost)SDPDie LinkeBFDDSUDABündnis 90

Volkskammerwahl – die einzige freie Wahl in der Geschichte der DDR. Allianz für Deutschland (CDU, DSU, DA) 48,0 %, SPD 21,9 %, PDS 16,4 %, Bund Freier Demokraten 5,3 %, Bündnis 90 2,9 %. Die Bürgerbewegungen, die den Umbruch getragen hatten, kamen zusammen auf unter fünf Prozent.

wahlen-in-deutschland.de, Volkskammerwahl vom 18.3.1990

4.8.1990BeitrittDACDU

Der Demokratische Aufbruch geht in der CDU auf.

Bundeszentrale für politische Bildung; Vereinigung mit der Ost-CDU am 4.8.1990

11.8.1990BeitrittLDPDNDPDBFDFDP

Die FDP nimmt die liberalen Parteien der DDR auf: LDP, NDPD und den Bund Freier Demokraten. Zwei Blockparteien und eine Neugründung werden an einem Tag zu einer West-Partei.

HannoverVereinigungsparteitag in Hannover am 11.8.1990

15.9.1990BeitrittDBDCDU

Die Zentrale Delegiertenversammlung stellt fest, dass alle Landesverbände sich mit der CDU vereinigt haben, und beendet die Tätigkeit des Parteivorstands. Beschlossen hatte den Beitritt der Vorstand schon im Juni.

BorkheideErklärung der Zentralen Delegiertenversammlung der DBD, Borkheide, 15.9.1990; Fusionsbeschluss des Parteivorstands vom 25.6.1990

27.9.1990FusionSDPSPD

Vereinigungsparteitag von Ost- und West-SPD. Formal eine Vereinigung, praktisch der Beitritt einer Partei mit 30 000 Mitgliedern zu einer mit 900 000.

BerlinVereinigungsparteitag in Berlin vom 26. und 27.9.1990

1.10.1990FusionCDU (Ost)CDU

Vereinigungsparteitag von Ost- und West-CDU, einen Tag vor der deutschen Einheit. Die West-CDU erhält damit eine fertige Organisation im Osten – und eine Erblast an Personal und Vermögen.

HamburgKonrad-Adenauer-Stiftung, ACDP: 38. Bundesparteitag der CDU und erster Parteitag der CDU Deutschlands, Hamburg, 1. und 2.10.1990

2.12.1990VorgangDie LinkeBündnis 90Grüne

Bundestagswahl mit einmalig getrennten Wahlgebieten Ost und West, angeordnet vom Bundesverfassungsgericht. Nur deshalb kommen PDS und Bündnis 90/Grüne in den Bundestag – die West-Grünen scheitern mit 4,8 Prozent.

BVerfGE 82, 322; Bundeswahlleiterin

3.12.1990FusionGrüne ParteiGrüne

Die Grüne Partei der DDR vereinigt sich mit den Grünen – einen Tag nachdem diese im Westen aus dem Bundestag geflogen waren.

Vereinigung am 3.12.1990, ohne den sächsischen Landesverband

1992AuflösungVereinigte Linke

Die Vereinigte Linke hört als politische Kraft auf zu wirken; förmlich aufgelöst hat sie sich erst am 19. Oktober 2013.

Bundeszentrale für politische Bildung; faktisches Ende 1992, förmliche Auflösung am 19.10.2013

21.9.1991FusionNeues ForumDemokratie JetztIFMBündnis 90

Aus dem Wahlbündnis wird die Partei Bündnis 90. Ein Teil des Neuen Forums macht diesen Schritt nicht mit und besteht bis heute als Verein weiter.

PotsdamGründung der Partei Bündnis 90 in Potsdam am 21.9.1991

14.5.1993FusionBündnis 90Grüne

Bündnis 90 und Die Grünen fusionieren. Der Name in dieser Reihenfolge war ein Zugeständnis an die deutlich kleinere Seite und Teil des Fusionsvertrags.

LeipzigVereinigungsparteitag in Leipzig am 14.5.1993

1998AuflösungUFV

Der Unabhängige Frauenverband löst sich im Sommer auf. Schon 1991 hatte er sich als Verein eingetragen und damit aufgehört, zu Wahlen antreten zu können.

Bundeszentrale für politische Bildung; Eintragung als Verein im September 1991, Auflösung im Sommer 1998

22.1.2005GründungWASG

Gründung der WASG aus Gewerkschaftern und SPD-Linken – die Antwort auf die Agenda 2010.

Bundeszentrale für politische Bildung; Gründungskongress in Göttingen am 22.1.2005

17.7.2005UmbenennungDie Linke

Die PDS nennt sich Linkspartei.PDS und öffnet ihre Listen für Kandidaten der WASG – die Vorstufe zur Fusion.

Bundeszentrale für politische Bildung

16.6.2007FusionWASGDie Linke

Linkspartei.PDS und WASG verschmelzen zur Partei Die Linke – die einzige gleichrangige Fusion einer ost- und einer westdeutschen Partei.

BerlinBundeszentrale für politische Bildung

6.2.2013GründungAfD

Gründung der Alternative für Deutschland als eurokritische Partei von Ökonomen und Publizisten.

OberurselBundeszentrale für politische Bildung

22.9.2013VorgangFDP

Die FDP verfehlt mit 4,8 Prozent erstmals den Bundestag – nach 64 Jahren ununterbrochener Vertretung.

Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 2013

19.7.2015AbspaltungAfDALFA/LKR

Nach seiner Abwahl als Vorsitzender in Essen verlässt Bernd Lucke die AfD mit einem Teil der Gründungsriege und gründet ALFA. Danach verschiebt sich der Schwerpunkt der AfD deutlich nach rechts.

Bundeszentrale für politische Bildung

17.1.2017VorgangNPD / Die Heimat

Das Bundesverfassungsgericht weist den zweiten NPD-Verbotsantrag ab: verfassungsfeindlich ja, aber zu bedeutungslos, um die Grundordnung zu gefährden. Aus dieser Begründung folgt der neue Artikel 21 Absatz 3 GG.

BVerfGE 144, 20

3.6.2023UmbenennungNPD / Die Heimat

Die NPD nennt sich Die Heimat.

Bundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien

4.12.2023VorgangDie Linke

Zehn Abgeordnete um Sahra Wagenknecht treten aus der Linken aus. Deren Fraktion verliert dadurch den Fraktionsstatus – der bisher einzige Fall, in dem eine Abspaltung eine Bundestagsfraktion beendet hat. Eine Partei gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, nur einen Verein.

Deutscher Bundestag, Datenhandbuch

8.1.2024AbspaltungDie LinkeBSW

Die im Dezember ausgetretenen Abgeordneten gründen das Bündnis Sahra Wagenknecht als Partei, drei Monate nach dem gleichnamigen Verein.

BerlinBundeswahlleiterin, Verzeichnis der Parteien

23.1.2024FinanzierungsausschlussNPD / Die Heimat

Erste Anwendung von Artikel 21 Absatz 3 GG: Die Heimat wird für sechs Jahre von der staatlichen Parteienfinanzierung ausgeschlossen – das mildere Mittel unterhalb des Verbots.

BVerfG, Urteil vom 23.1.2024, 2 BvB 1/19

30.7.2024VorgangCSUDie Linke

Das Bundesverfassungsgericht erklärt die Kombination aus Zweitstimmendeckung und gestrichener Grundmandatsklausel für unvereinbar mit dem Grundgesetz und setzt die Grundmandatsklausel bis zu einer Neuregelung wieder in Kraft.

BVerfG, Urteil vom 30.7.2024, 2 BvF 1/23

23.2.2025VorgangFDPBSWAfDDie Linke

Bundestagswahl: Die AfD wird mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft, Die Linke kehrt mit 8,8 Prozent als Fraktion zurück, die FDP scheitert mit 4,3 Prozent, das BSW mit 4,97 Prozent.

Bundeswahlleiterin, amtliches Endergebnis 2025

2.5.2025VorgangAfD

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die AfD als gesichert rechtsextremistisch ein.

Bundesamt für Verfassungsschutz, Mitteilung vom 2.5.2025

4.12.2025VorgangBSW

Der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages lehnt den Wahleinspruch des BSW gegen das Ergebnis der Bundestagswahl ab.

Deutscher Bundestag, Wahlprüfungsausschuss, Beschluss vom 4.12.2025

26.2.2026VorgangAfD

Das Verwaltungsgericht Köln untersagt die Einstufung als gesichert rechtsextremistisch im Eilverfahren vorläufig bis zum Abschluss des Hauptsacheverfahrens. Das Gericht sieht verfassungsfeindliche Bestrebungen in der Partei, aber nicht in einem Ausmaß, das das Gesamtbild prägt. Stand: September 2026.

VG Köln, Beschluss vom 26.2.2026, 13 L 1109/25; Hauptsacheverfahren offen

1.10.2026UmbenennungBSW

Das Bündnis Sahra Wagenknecht nennt sich Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft; das Kürzel BSW bleibt. Beschlossen hatte das der Bundesparteitag in Magdeburg im Dezember 2025.

Bundesparteitag Magdeburg, Dezember 2025; wirksam zum 1.10.2026

Wie diese Zeitleiste zu lesen ist

Was diese Seite zeigt – und was nicht

Die Leitfrage ist nicht „Wofür steht Partei X?", sondern: woher kommt sie, aus was ist sie entstanden, was ist aus ihr geworden. Gründung, Zulassung, Zusammenschluss, Abspaltung, Umbenennung, Verbot, Auflösung. Das Parteiprogramm ist hier Nebensache, die Genealogie die Hauptsache.

Keine Wahlergebnis-Datenbank, keine Programmgeschichte, keine Personendatenbank. Wahlergebnisse stehen nur dort, wo sie ein Ereignis erklären – einen Einzug, ein Scheitern, eine Fusion.

Ein eigenes Profil bekommt eine Partei, wenn sie mindestens eines erfüllt: Fraktions-, Gruppen- oder Mandatsstatus im Bundestag, Sitze in der Volkskammer, Regierungsbeteiligung im Bund oder in der DDR, oder ein Verbot durch das Bundesverfassungsgericht. Landtagsmandate sind bewusst kein Kriterium – sonst müssten hunderte Landesparteien mit hinein, und die Seite verlöre ihre Achse.

Fusion, Beitritt und Umbenennung sind drei verschiedene Dinge

Umgangssprachlich heißt alles „Zusammenschluss". Rechtlich und historisch nicht, und das Diagramm unterscheidet die drei deshalb auch grafisch:

Umbenennung – dieselbe juristische Person, neuer Name; das Band läuft durch. Beitritt – Partei A löst sich auf, ihre Mitglieder treten B bei, B bleibt B; ein schmales Band mündet in ein breites. Fusion – beide Seiten gehen unter oder verschmelzen formal zu einer neuen; zwei gleich breite Bänder laufen zusammen.

Der Unterschied entscheidet über Rechtsnachfolge, Parteivermögen und darüber, ob man von Kontinuität sprechen darf. Er ist keine Wortklauberei.

Die Achse beginnt 1945, nicht 1949

Die übrigen Seiten laufen auf einer Achse von 1949 bis heute. Das trägt hier nicht: Die Lizenzgründungen der Besatzungsmächte beginnen 1945, und die Vereinigung von KPD und SPD zur SED 1946 ist für die rechte Spalte der wichtigste Vorgang überhaupt. Der Preis dafür ist eine eigene Achse, die mit den anderen Seiten nicht deckungsgleich ist.

Die schmale Zone oberhalb von 1945 ist ausdrücklich nicht maßstäblich. Sie hält nur fest, dass vier Stränge älter sind als die Bundesrepublik: SPD (1863), Zentrum (1870), KPD (1918) und die liberale Tradition von DDP und DVP, aus der 1948 die FDP hervorging.

Auch die Übergänge selbst sind gezeichnet, nicht gemessen: Eine Fusion braucht im Bild ein paar Millimeter Platz, in der Wirklichkeit fand sie an einem Tag statt. Die Bandbreite ist überall gleich und sagt nichts über Mitglieder oder Stimmen.

Die Spalten stehen nach Verwandtschaft, nicht nach Richtung

Die Reihenfolge der Spuren ist von Hand gesetzt, mit dem Ziel, möglichst wenige Bänder kreuzen zu lassen. Sie ist keine Links-Rechts-Achse: Dass zwei Bänder nebeneinander laufen, heißt, dass zwischen ihnen ein Übergang stattfand, nicht dass sie sich politisch nahestanden.

Spuren werden wiederverwendet, wenn zwei Parteien nie gleichzeitig bestanden – KPD und DKP, WAV und FVP, SRP und NPD, WASG und BSW teilen sich je eine Spalte. Ein Prüfskript stellt sicher, dass sich dabei nie zwei Lebensläufe überlappen.

Die Farben folgen der Konvention der übrigen Seiten: gesättigte Farbe bedeutet Partei. Für die Blockparteien der DDR sind es entsättigte Varianten der jeweiligen West-Farbe – die Namensverwandtschaft war echt, Parteien im westlichen Sinn waren sie nicht. Schwarz und Rot in den Spaltenköpfen meinen die beiden Staaten; das Rot dort ist nicht die SPD.

Die DDR-Spalte ist keine Parteienlandschaft

Die DDR hatte formal fünf Parteien – mehr als die Bundesrepublik in ihren stabilen Jahrzehnten. Das ist die Fassade. Alle traten in der Nationalen Front auf einer gemeinsamen Liste an; die Sitzverteilung stand vor der Wahl fest und blieb von 1963 bis 1986 unverändert. Der Demokratische Block verpflichtete die Blockparteien auf einstimmige Beschlüsse; wer widersprach, wurde abgesetzt.

Deshalb liegt über den fünf Spuren von 1950 bis 1989 eine gemeinsame Klammer. Das ist die einzige Stelle der Seite, an der die Grafik eine Wertung transportiert – sie steht deshalb hier.

Die Massenorganisationen – FDGB, FDJ, DFD, Kulturbund – hielten 165 der 500 Volkskammersitze. Sie sind keine Parteien und bekommen kein Profil, laufen aber als eigene, andersartig gezeichnete Spur mit: ohne sie stimmen die 500 Sitze nicht, und ohne sie ist nicht zu erklären, wie die SED mit 127 Sitzen jede Abstimmung gewann.

Wie gezählt wurde

Für die Kurve „Wie viele Parteien im Bundestag saßen" zählt jede Partei mit mindestens einem Sitz zu Beginn der Wahlperiode. CDU und CSU zählen getrennt, weil sie zwei Parteien mit getrennten Mitgliedern und Kassen sind, auch wenn sie eine Fraktion bilden. Jede andere Zählregel ergibt andere Zahlen; wer Fraktionen und Gruppen zählt, kommt 1949 auf zehn statt auf elf.

Die Föderalistische Union taucht auf dieser Seite zweimal auf und meint zweimal etwas anderes: die gemeinsame Fraktion von Bayernpartei und Zentrum im ersten Bundestag ab dem 14. Dezember 1951 – 13 Abgeordnete der BP, 9 des Zentrums – und das Wahlbündnis beider Parteien von 1957, das 0,9 Prozent bekam und keinen Sitz. Für 1953 gab es keine gemeinsame Liste: Die BP scheiterte mit 1,7 Prozent ohne Mandat, das Zentrum kam mit 0,8 Prozent auf drei Sitze, weil Johannes Brockmann den Wahlkreis Oberhausen direkt gewann.

Wo die Belege an ihre Grenze kommen

Jede Zeile nennt ihren Beleg, und jeder Beleg ist verlinkt – er führt zur Suche nach seiner eigenen Fundstelle, damit nachprüfbar bleibt, worauf die Angabe beruht.

An zwei Stellen ist das Belegte, dass es nichts zu belegen gibt. Die CSU hat kein Gründungsdatum, sondern vier zwischen September 1945 und Januar 1946 – München, Coburg, Würzburg, dann die gesamtbayerische Gründungsversammlung am Tag der Zulassung; die Zeile nennt sie alle, das Band beginnt am Datum, das die Partei selbst führt. Die WAV hat kein Auflösungsdatum. Ihre Spur endet dort, wo die Partei zum letzten Mal handelte: bei der Umbenennung vom 11. August 1953, vier Wochen vor einer Wahl, zu der sie nicht mehr antrat.

Wo ein Datum nur auf den Monat oder das Jahr genau überliefert ist, steht es auch nur so – die Tabelle schreibt dann „1977" oder „September 1991" statt eines erfundenen Tages.

Bei laufenden Verfahren steht der Stand mit Datum, nicht eine Zusammenfassung, die morgen falsch ist. Das betrifft die AfD (Hauptsacheverfahren gegen die Einstufung des Verfassungsschutzes offen). Beim BSW stand die Umbenennung bis zum 1. Oktober 2026 als beschlossener Vorgang in der Tabelle; seit sie wirksam ist, steht sie als Umbenennung im Diagramm.

Die Parteivorsitzenden stehen bewusst nicht hier. Wer wann regierte, zeigt Kanzler und Regierungschefs; welche Ressorts eine Partei besetzte, Ressorts und Kabinette; was beschlossen wurde, die beiden Zeitleisten Bundesrepublik und DDR.

Quellen

Bundeszentrale für politische Bildung, Parteiendatenbank und Dossier Parteien · Deutscher Bundestag, Datenhandbuch für Fraktionen und Gruppen je Wahlperiode – die belastbarste Quelle für den Status-Teil der Steckbriefe · Die Bundeswahlleiterin für amtliche Ergebnisse ab 1949 und das Verzeichnis der Parteien.

wahlen-in-deutschland.de für Sitzverteilungen in Bundestag und Volkskammer, bereits Quelle der DDR-Zeitleiste · Bundesarchiv für die Bestände der DDR-Parteien (SED: DY 30, CDU: DY 60, LDPD: DY 61, NDPD: DY 62, DBD: DY 63) · Bundesverfassungsgericht für die Entscheidungen SRP 1952, KPD 1956, NPD 2017, Finanzierungsausschluss 2024 und Wahlrecht 2024.

Stand: September 2026. Die Ereignisliste ist der Stand der Recherche, nicht ihr Abschluss – jede Zeile nennt ihren Beleg und verlinkt ihn.